Mittel gegen Krise: Mit höheren Löhne gegen die Eurokrise
Aktualisiert

Mittel gegen KriseMit höheren Löhne gegen die Eurokrise

Höhere Löhne in exportstarken Staaten, neue Hilfen von der Europäischen Zentralbank: Mit dieser Mixtur lässt sich die Krise in der Euro-Zone nach Ansicht der OECD wirkungsvoll bekämpfen.

«Die andauernde Konjunkturschwäche könnte in eine Stagnation münden, was negative Konsequenzen für die Weltwirtschaft hätte», heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Sie fordert deshalb ein entschlosseneres Vorgehen. «Mit höheren Löhnen und einer stärkeren Liberalisierung der Produktmärkte in den Überschussländern könnte für einen symmetrischeren und wirkungsvolleren Ausgleichsprozess gesorgt und zugleich das Wachstum gefördert werden», sagte OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan.

«Unkonventionelle Massnahmen»

Auch die Zentralbank müsse mehr tun. «Die EZB hat gut daran getan, ihren Leitzins zu senken und sich zu verpflichten, so lange wie nötig einen konjunkturstimulierenden Kurs zu verfolgen», sagte Padoan. «Allerdings könnte mit zusätzlichen unkonventionellen Massnahmen noch mehr erreicht werden.»

In der EZB wird beispielsweise diskutiert, den Banken forderungsbesicherte Wertpapiere abzukaufen oder ihnen Strafgebühren aufzubrummen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Beides soll die Kreditvergabe an die Banken in Schwung bringen.

Rezession in den Euro-Staaten

Der Euro-Zone sagt die Industriestaaten-Organisation ein Rezessionsjahr voraus. 2013 dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent schrumpfen, 2014 aber wieder um 1,1 Prozent wachsen. Die Organisation ruft die Regierungen zu entschlossenen Massnahmen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auf. «Diese ist in vielen Ländern auf ein Besorgnis erregendes Niveau gestiegen», warnte sie.

«Die historisch hohe Arbeitslosigkeit bleibt die grösste Herausforderung für die Regierungen.» 2014 soll die Arbeitslosenquote in der Währungsunion bei 12,4 Prozent liegen, im Schnitt der 34 OECD-Länder liegt sie dagegen nur bei 8,0 Prozent.

Schlappe Weltkonjunktur

Die Weltwirtschaft kommt wegen der Krise in der Euro-Zone nicht richtig in Schwung. Die OECD sagt für dieses Jahr ein Wachstum von 3,1 Prozent voraus. «Die globale Konjunktur erholt sich schrittweise, aber der Aufschwung bleibt schwach und holprig», sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

Für die USA wird ein Wachstum von 1,9 Prozent und für Japan von 1,6 Prozent erwartet. 2014 soll die Weltwirtschaft um 4,0 Prozent wachsen, die USA um 2,8 Prozent, Japan um 1,4 Prozent. (sda)

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