Gewerkschaft Syna: Mit höheren Löhnen Konjunktur stützen
Aktualisiert

Gewerkschaft SynaMit höheren Löhnen Konjunktur stützen

Die Gewerkschaft Syna fordert trotz oder gerade wegen der weltweiten Finanzkrise gute Lohnabschlüsse für das nächste Jahr.

Die Arbeitgeber müssten ein positives Zeichen für 2009 setzen, verlangten die Syna-Delegierten am Samstag in Biel.

Bei einer Schiffsrundfahrt auf dem Bielersee feierte die Gewerkschaft Syna am Samstag ihr zehnjähriges Bestehen im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard. Die Wirtschaftsministerin betonte in ihrer Ansprache die wichtige Rolle der Sozialpartnerschaft. Besonders im Bereich des freien Personenverkehrs sei eine starke sozialpartnerschaftliche Haltung unabdingbar, um gute Arbeitsbedingungen im In- und Ausland zu erhalten und weiter auszubauen. Eine faire Sozialpartnerschaft stärke die Wirtschaft, wovon alle profitierten. Ausserdem dürfe die Globalisierung von den Gewerkschaften nicht immer nur verteufelt werden, denn sie biete auch Chancen.

Erfreut nahmen die Basisdelegierten an ihrer Jubiläums-DV den positiven Rechnungsabschluss sowie den weiteren Mitgliederzuwachs zur Kenntnis. In einer Mitteilung unterstreicht die Gewerkschaft die Erfolge der letzten zehn Jahre - auch lohnmässig: Die GAV-Löhne seien in dieser Zeit real um 6,3 Prozent gestiegen. Da steigende Löhne die Wirtschaft ankurbelten, komme auch den Lohnverhandlungen für 2009 so grosse Bedeutung zu. In einer an der Jubiläums-DV verabschiedeten Resolution fordert Syna von den Arbeitgebern, mit guten Lohnabschlüssen ein positives Zeichen für 2009 zu setzen.

Trotz niedriger Arbeitslosigkeit und einer starken Schweizer Wirtschaft mache sich Verunsicherung breit. Zum einen habe eine rekordhohe Teuerung von voraussichtlich 2,5 Prozent die guten Lohnabschlüsse 2008 dahin schmelzen lassen. Zum anderen verunsicherten die Turbulenzen auf den Finanzmärkten und schadeten zunehmend der realen Wirtschaft. Syna ruft die Arbeitgeber auf, ihre Verantwortung für die Wirtschaft wahrzunehmen und mit guten Lohnabschlüssen, die Konjunktur zu stützen. Die Gewerkschaft verlangt den Ausgleich der Teuerung und je nach Branche 1,5 bis 2,5 Prozent Reallohnerhöhung. Zudem müssten die Lehren aus der Finanzkrise gezogen werden. Das einseitige «Shareholder-Value-Denken» habe Schiffbruch erlitten. Ein Börsensystem, das Millionengewinne auf sinkenden Kursen zulasse, sei krank. Manager und Finanzhaie, die sich ihre Misswirtschaft mit Millionen vergolden liessen, seien die modernen Raubritter. Syna tritt in ihrer Resolution deshalb für eine sinnvolle Regulierung der Börsengeschäfte und ein Miteinander von Arbeit und Kapital ein und wehrt sich gleichzeitig gegen übertriebene und falsche Anreize setzende Boni sowie unverschämte Managerlöhne. (dapd)

Deine Meinung