Aktualisiert 02.11.2011 22:13

Friday Fashion Party

Mit ihnen gehts rund

Die Spacegirls legen nächste Woche an der Friday Fashion Party auf. Wir haben die DJ-Crew in Amsterdam besucht.

von
Miriam Suter
Gestatten – die Spacegirls (von oben links im Uhrzeigersinn): Titia, Jesler, Eva, Charlotte, Sarah, Elise, Sanne.

Gestatten – die Spacegirls (von oben links im Uhrzeigersinn): Titia, Jesler, Eva, Charlotte, Sarah, Elise, Sanne.

Die Clique sieht aus wie einem holländischen Streetstyle­blog entsprungen: Abgeschnittene Jeansshorts, Strumpf­hosen, Schnürstiefelchen, Velos. Wir treffen uns im AmsterdamerJordan-Viertel vor einem Hochhaus: Charlotte, Sarah, Titia, Eva, Jesler, Elise, Sanne, allezwischen 23 und 27. Nur Sophie fehlt, sie ist kürzlich nach Berlin gezogen. Das Gespräch findet im Fashion-Showroom statt, in dem Elise arbeitet. Die Frauen installieren sich erst mal auf einem Sofa, während der Fotograf Dennis Duijnhouwer, ein Bekannter aus dem kreativen Umfeld, mit Stativ und Licht hantiert. «Wir freuen uns riesig auf Zürich!», sagt Charlotte; die andern nicken eifrig. «Ja, wir haben bisher nur in den Niederlanden aufgelegt», sagt Elise. Sie ist der Kopf der Gruppe und hat das Freundinnen-DJ-Kollektiv diesen Frühling mit Titia gegründet, weil es ihrer Meinung nach «einfach zu wenig Frauen gibt, die auflegen». Sie arbeiten alle in kreativen Berufen – als Grafikerin, Illustratorin, Innendekorateurin für H&M. Oder sie haben gerade ihr Studium ab­geschlossen und jobben in einer Bar, bis sie was «Richtiges» gefunden haben. Das Auflegen ha­­ben sie sich selber bei­gebracht: «Ich lege am längsten von uns auf und habe den anderen am Anfang alles gezeigt. Aber das war wirklich Learning by Doing – und wir werden mit jedem Gig besser!», sagt Titia, nach deren Spitznamen Spacegirl die DJ-Frauen ihre Crew getauft haben.

Seit ein paar Monaten also mischen die Spacegirls die holländische Club­szene mit einer extrem tanzbaren Mischung aus Chicago, Deephouse und Techno auf, gemixt mit Dancehits wie «Good Life» von Inner City oder «Reckless» von Azari & III. «Wir wollen, dass die Leute auf dem Dancefloor genauso Party machen wie wir an den Platten­tellern!», sagt Titia. Sie feiern beim Auf­legen immer voll mit: «Meistens ist ja hinter dem DJ-Pult eh nicht genug Platz für uns alle – also stehen die andern davor und geben Gas. Bisher hat das Publikum immer mitgemacht.»

Es wird Zeit, sich fürs Foto zu stylen. Jemand hat die Soundanlage angeschmissen, sehr discohafter, softer Techno erklingt. Die Freundinnen packen tonnenweise Kleider aus, schlüpfen rein, rennen zwischen Spiegel und Kleiderstangen hin und her, und bald ist der ganze Tisch mit Schminkzeug übersät. Gibts eigentlich nicht auch Zoff, wenn man immer zu acht unterwegs ist, sich Kleider, Zugabteile und Hotelzimmer teilen muss? «Nein, nie. Wir kommen super klar. Wir sind schon so lange befreundet, dass wir alle unsere Macken kennen und damit umgehen können», sagt Elise und legt sich zu den anderen in den Kreis auf den Boden.

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