Aktualisiert 06.02.2008 22:09

Mit Kameras gegen den Ertrinkungstod in Bädern

Stadtzürcher
Hallenbäder sollen mit
Unterwasserkameras
ausgerüstet werden.
Liegt jemand regungslos
im Schwimmbecken,
geht ein Alarm los.

Den tragischen Ertrinkungstod im Hallenbad sind in der Schweiz im Jahr 2007 gleich zwei Kinder gestorben – ein 6-jähriges Mädchen in Adliswil und eine 4-Jährige in Aarau. In beiden Fällen bemerkte die Aufsicht am Beckenrand zu spät, dass ein Kind fehlte.

Laut Statistik der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft sterben jährlich etwa fünf Menschen in Hallenbädern. Nun plant die Stadt Zürich, ihre Becken mit einem Überwachungssystem sicherer zu gestalten. «Gibt der Stadtrat grünes Licht, starten wir noch in diesem Jahr ein Pilotprojekt im Wärmebad Käferberg», sagt Bäderchef Hermann Schumacher. Ist dieses erfolgreich, wolle man das System in allen Stadtzürcher Hallenbädern

installieren. 50000 Franken kostet die Software von Siemens, die bislang in der Schweiz nur im Sportzentrum Herisau im Einsatz ist. «Sobald jemand in einer gewissen Tiefe mehr als zehn Sekunden regungslos im Wasser liegt, geht ein Alarm los», sagt der Technische Leiter Michael Buchmann. Mittlerweile verzeichne man kaum mehr Fehlalarme, da die Software laufend verbessert werde. Bei Siemens ist man mit dem Test ebenfalls «hochzufrieden»: «Wir haben Anfragen aus allen Kantonen und gehen davon aus, dass das System flächendeckend eingeführt wird», heisst es beim Hersteller.

Alexandra Roder

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