Falle für Diebe: Mit «Köder-Bikes» Velodiebe schnappen

Aktualisiert

Falle für DiebeMit «Köder-Bikes» Velodiebe schnappen

In kaum einer Stadt werden so viele Velos geklaut wie in Bern. Zwei Stadträte haben jetzt einen Vorschlag: Mit GPS versehene Fahrräder sollen die Polizei auf die Spur der Diebe bringen.

von
Nina Jecker

Alle drei Minuten schlägt in der Schweiz ein Velodieb zu. Besonders aktiv sind die Langfinger in Bern. Mit 1847 Fällen pro 100 000 Einwohner lag man hier 2009 im Vergleich im deutschsprachigen Raum auf dem zweiten Platz, etwa vor Salzburg, Freiburg und Basel – nur im deutschen Münster kamen noch mehr Velos weg.

Das wollen die grünliberalen Stadträte Marcel Köpfli und Kathrin Bertschy ändern. Ihre Idee: Wie in der holländischen Stadt Amersfoort sollen in Bern mit GPS-Sendern ausgerüstete Fahrräder abgestellt werden. Köpfli: «Greift ein Dieb zu, kann die Polizei das Velo orten. Das legt Dieben das Handwerk und hat eine abschreckende Wirkung.» Dass es funktioniert, zeigen die Erfahrungen aus Holland: Während eines Vierteljahrs wurden 22 Köder-Velos geklaut – und 15 der Täter geschnappt. Pro Velo Bern begrüsst die neue Massnahme. «Wichtig ist aber auch, dass Abstellplätze so gestaltet werden, dass man sein Velo richtig anketten kann», so Geschäftsführerin Rebecca Müller.

Die Einführung von Köder-Velos ist zurzeit auch in Winterthur im Gespräch.

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