Stadt Bern: Mit Kopftuch: Muslimin beginnt Lehre
Aktualisiert

Stadt BernMit Kopftuch: Muslimin beginnt Lehre

Die Bundesstadt setzt ein Zeichen: Am Montag tritt die junge Muslima Ferah U.* beim Tiefbauamt ihre KV-Lehrstelle an – ohne Vollverschleierung, dafür aber mit Kopftuch.

von
Nora Camenisch
Postkarten-Aktion der Stadt Bern gegen Rassismus.

Postkarten-Aktion der Stadt Bern gegen Rassismus.

Wie Tausende andere Jugendliche im Kanton wagt auch Ferah U. dieser Tage den Schritt in die Arbeitswelt. Im Unterschied zu anderen Teens erscheint die Auszubildende aber heute zu ihrem ersten Arbeitstag als

KV-Lehrtochter im Stadtberner Tiefbauamt mit Kopftuch.

Bekannt geworden war die junge Frau, als sie im Frühling in der «Arena» des Schweizer Fernsehens im Ganzkörperschleier auftrat. Daraufhin entbrannte eine hitzige Debatte zum Thema Verschleierung in der Öffentlichkeit. Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät stellte damals gegenüber der Zeitung «Sonntag» klar: «Eine Vollverschleierung kommt nicht in Frage.»

Nun hat sich die Berner Stadtverwaltung mit Ferah U. geeinigt – und setzt damit ein Zeichen. «Unsere Lehrmeisterin hat mit der jungen Frau ­diskutiert. Bei der Arbeit wird sie ein Kopftuch tragen, sonst aber normal gekleidet sein», bestätigte gestern Tiefbaudirektorin Regula Rytz einen Bericht vom «Sonntag».

In einer offenen Gesellschaft müsse es möglich sein, seine Zugehörigkeit zu einer Religion mit einem Kopftuch auszudrücken. «Bei uns arbeiten Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Da ist das Kopftuch kein Problem.»

*Name der Redaktion bekannt.

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