Zürich: Mit Krankenschwester Sex-Spielzeug geklaut

Aktualisiert

ZürichMit Krankenschwester Sex-Spielzeug geklaut

Ein Hilfsarbeiter und eine Krankenschwester aus Oberhasli haben in Zürich ausgerechnet einen Sex-Shop überfallen und geplündert. Am Freitag wurde der Mann in eine stationäre Therapie eingewiesen. Das Urteil gegen die Krankenschwester steht noch aus.

von
Attila Szenogrady

Am 31. Oktober 2007 bot sich am Abend an der Friestrasse in Zürich ein seltsames Bild. Zwei maskierte Personen schleppten vier grosse Koffer über die Strasse. Das halb geöffnete Gepäck war so voll gestopft, dass immer wieder Gegenstände auf den Boden fielen. Doch das störte das offenbar gestresste Duo nicht. Es setzte seinen Weg unbeirrt fort. So dass einige verdutzte Passanten mitten auf der Strasse auf Vibratoren, Dildos und Reizwäsche stiessen.

Sex-Artikel statt Bargeld

Schon wenige Stunden später war das Rätsel um die Streuaktion der frivolen Art gelöst. Bei den Kofferträgern handelte es sich um ein Liebespaar aus Oberhasli. Der 30-jährige Hilfsarbeiter und seine um fünf Jahre jüngere Freundin wurden vor der Polizei festgenommen. Der Drogenkonsument und die Krankenschwester hatten kurz zuvor einen Sex-Shop überfallen. Sie hatten den 63-jährigen Verkäufer mit einer Feuerzeugpistole bedroht und diesem einen Papiersack über den Kopf gestülpt. Als die Täterschaft Bargeld von „nur" 2000 Franken in der Kasse vorfand, beschloss sie spontan, das ganze Geschäft auszuräumen. So stopfte das Räuber-Pärchen in gebotener Eile diverse Sex-Spielzeuge sowie die beachtliche Zahl von 578 Porno-DVD`s in die Koffer und suchte das Weite. Dummerweise nahmen sie auch das Mobiltelefon des Opfers mit. Mit der logischen Folge, dass die Polizei dank Ortung schnell auf der richtigen Spur war.

Tatmotiv: Geldmangel infolge massiven Kokainkonsums

Gestern musste sich der umfassend geständige Mann vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Sein Tatmotiv war plausibel: Akuter Geldmangel. Als weniger plausibel entpuppte sich aber der wahre Grund für die finanzielle Not: So konsumierte der Kosovo-Albaner aussergewöhnlich viel Kokain. So liess er laut Anklage pro Woche über zehn Gramm „Schnee" durch seine Nase. Um dennoch einschlafen zu können, beruhigte er sich jeweils täglich mit dem Rauchen von Marihuana.

Entzugstherapie statt Gefängnis

In rechtlicher Hinsicht lag ein einfacher Fall vor. Anklage und Verteidigung waren sich über die Schuldsprüche wegen Raubes und Drogenkonsums völlig einig. Beide Seiten beantragten zudem, eine Freiheitsstrafe zugunsten einer stationären Suchtbehandlung aufzuschieben. Was das Gericht absegnete. Es schob in der Folge eine unbedingte Strafe von 22 Monaten zugunsten der Massnahme auf. Nicht aber eine zusätzliche Busse von 500 Franken. Fazit: Der Räuber wird in eine Anstalt eingewiesen. Bleibt nur noch zu hoffen, nicht in eine Klinik, wo die mitbeschuldigte Krankenschwester arbeitet. Gegen sie ist ein Urteil noch hängig.

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