Dietikon ZH: Mit Kreditkarten Vermögen ergaunert
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Dietikon ZHMit Kreditkarten Vermögen ergaunert

Ein Fürsorgeempfänger aus Dietikon hat über mehrere Jahre hinweg mittels ausländischen Kreditkarten rund 70 000 Franken erschwindelt. Dank eines Freispruchs ohne strafrechtliche Folgen.

von
Attila Szenogrady

Der heute 43-jährige Angeklagte aus Dietikon lebte bereits seit Ende 2001 von der Sozialhilfe. Trotzdem war der im Libanon geborene Innerschweizer der Auffassung, einen aufwändigen Lebensstil pflegen zu können. Dabei waren ihm ausländische Kreditkarten-Institute erheblich behilflich. So stellten sie dem stets elegant gekleideten Mann trotz seiner prekären finanziellen Lage mehrere Kreditkarten zur Verfügung. Mit erheblichen Folgen.

Rund 70 000 Franken ergaunert

Fest steht, dass der Schweizer Staatsangehörige in der Folge trotz Schuldenberg mehrere Jahre lang über seine Verhältnisse lebte. Mit den in Wahrheit faulen Kreditkarten konnte er immer wieder nicht nur Dienstleistungen von diversen Limmattaler Taxiunternehmen, sondern auch die Vorzüge von Restaurants und weiteren Betrieben in Anspruch nehmen. In Wahrheit ohne jegliche Bezahlung. Die Staatsanwaltschaft ging von einem Deliktsbetrag von rund 70 000 Franken aus. Bei den Taxis profitierte der Angeschuldigte von einem veralteten «Ritsch-Ratsch-System», welches jeweils nicht anzeigte, ob die Karten überhaupt gedeckt waren.

Freispruch statt Strafe

Am letzten Montag beschäftigte der Fall das Bezirksgericht Zürich. Wegen gewerbsmässigen Check- und Kreditkartenmissbrauchs drohten dem entschuldigt abwesenden Angeklagten eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten sowie eine unbedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 30 Franken. Verteidiger Andreas Josephson forderte hingegen wegen einer klassischen Opfermitverantwortung einen vollen Freispruch. Dabei verneinte der Verteidiger jegliche Arglist seine Klienten.

Tatsächlich kamen nun auch die Bezirksrichter zu Freisprüchen. In seinem am Mittwoch eröffneten Entscheid hat das Gericht den Angeschuldigten vollumfänglich entlastet. Dem Dietiker wurde eine Haft von 35 Tagen eine Genugtuung von 2000 Franken zugesprochen. Eine schriftliche Begründung für das Urteil liegt noch nicht vor. Allerdings steht fest, dass das Gericht ein arglistiges Verhalten des Beschuldigten mit Sicherheit verneint hat.

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