Mit Lamborghini im Winterfahrtraining – wir habens ausprobiert

Der Huracán EVO (Evolution, neuste Generation) mit Allradantrieb und V10-Sauger mitten in einem Powerdrift.

Der Huracán EVO (Evolution, neuste Generation) mit Allradantrieb und V10-Sauger mitten in einem Powerdrift.

Lamborghini
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Schneeglatte StrassenMit Lamborghini im Winterfahrtraining – wir habens ausprobiert

Bis auf den SUV Urus ist kein Lambo-Modell ein typisches Winterauto. Ein Winterfahrtraining mit den Supersportwagen macht also nicht wirklich Sinn – dafür aber umso mehr Spass. 

von
Mario Borri / A&W Verlag

Kurz vor neun Uhr morgens. Es ist schon hell, doch die Sonne versteckt sich immer noch hinter den Bergen. Das in einem italienischen Hochtal ungefähr zwischen dem Engadin und Südtirol gelegene Livigno erwacht aus einer eiskalten Nacht. Erste Wintersportler machen sich auf ins Skigebiet mit seinen 115 km Pisten. Sie staunen nicht schlecht, als sich ein Lamborghini Urus nach dem anderen durchs Dorf schlängelt. Der Super-SUV-Konvoi ist auf dem Weg zum Fahrtrainingsgelände. Am Steuer die Instruktoren, alles Lamborghini Werksrennfahrer, im geräumigen Fond, die Teilnehmenden der «Esperienza Accademia Neve», so nennt Lamborghini sein Winterfahrtraining

Exklusiver Fahrspass

Ein Fahrtraining ist die exklusive Veranstaltung aber nicht. Esperienza bedeutet auf Deutsch Erfahrung, also ist es eher eine Winterfahrerfahrung. Die italienische Sportwagenschmiede, die fast alle ihre Modelle nach berühmten spanischen Kampfstier-Zuchten oder einzelnen Kampfstieren benennt, führt die Events in Livigno seit 2012 durch. Nach einer Corona-Zwangspause sind in diesem Jahr rund 100 Lamborghini-Besitzer, potenzielle Kunden und andere gut betuchte Enthusiasten dabei. Sie kommen auf Einladung vom Lamborghini-Werk direkt, von ihren Händlern oder bezahlen den dreitägigen Event, der neben dem fahrerischen Teil aus zwei Übernachtungen in einem 5-Sterne-Hotel sowie zwei Gourmet-Nachtessen und den weiteren Verpflegungen besteht, aus der eigenen Tasche. Kostenpunkt: knapp 10'000 Euro, ohne Anreise. Insgesamt sechs solcher Dreitages-Events mit je 16 Teilnehmenden fanden 2022 statt, an einem waren verschiedene Medien eingeladen, unter anderem «20 Minuten» als einziger Schweizer Vertreter.

Der Lamborghini Huracán STO (vorne) und Lamborghini Urus in Aktion.

Der Lamborghini Huracán STO (vorne) und Lamborghini Urus in Aktion.

Lamborghini
Geballte Power: 9 x 640 PS (Huracán STO und EVO, in den beiden vorderen Reihen) und 12 x 650 PS (Urus, hintere Reihen) = 13'560 PS.

Geballte Power: 9 x 640 PS (Huracán STO und EVO, in den beiden vorderen Reihen) und 12 x 650 PS (Urus, hintere Reihen) = 13'560 PS.

Lamborghini
Weltpremiere: Die Huracán STO (Super Trofeo Omologato) konnten erstmals von Privatpersonen gefahren werden.

Weltpremiere: Die Huracán STO (Super Trofeo Omologato) konnten erstmals von Privatpersonen gefahren werden.

Lamborghini

Weltpremiere auf Eis

Die Sonne steht mittlerweile über den Gipfeln und strahlt die bereitstehenden Lambos grell an. Damit die Teilnehmenden nicht in den kalten Autos sitzen müssen, werden die Motoren schon mal gestartet und die Heizung aufgedreht. Insgesamt vier brandneue Huracán STO (5,2-Liter, V10, 640 PS, ab 339'000 Franken), welche das erste Mal überhaupt von Privatpersonen gefahren werden konnten, fünf Huracán EVO (5,2-Liter, V10, 640 PS, ab 251'000 Franken) und drei Urus (4-Liter, V8, Bi-Turbo, 650 PS, ab 161'000 Franken) stehen der Gruppe zur Verfügung – alle mit Spike-Winterreifen ausgerüstet. Nach dem Theorieteil im schicken Holzhäuschen und einigen Runden auf dem Beifahrersitz, um den Eis-Circuit kennen zu lernen, darf man sich selber hinters Lenkrad setzen.

Allrad bringts

Ziel ist es nicht, möglichst schnell zu sein, wie auf der Rennstrecke. Es gilt, den gesamten Parcours im Drift zurückzulegen, quer von einer Kurve in die nächste, Lenken quasi mit dem Gaspedal. Am besten gelingt dies mit dem allradgetriebenen Huracán EVO. Der V10-Sauger lässt sich auch im hohen Drehzahlbereich gut dosieren, dank Traktion an allen Rädern werden Powerdrifts mit etwas Übung und Talent zum Kinderspiel. Der heckgetriebene Huracán STO lässt sich trotz gleichem Motor schon schlechter zähmen. Der verstellbare Heckspoiler und der speziell geformte Unterboden, welche auf der Rennstrecke für 420 kg Anpressdruck (bei Tempo 280) sorgen, sowie die Leichtbauweise nützen auf Eis nämlich nichts. Nur ein bisschen zu viel Gas und der Super-Renner dreht sich. Noch schwieriger ist es mit dem zweieinhalb Tonnen schweren Urus. Einerseits muss man viel Gas geben, bis der Turbo-Schub des V8 einsetzt, dann aber dosieren um das Drehmoment hochzuhalten und die Kurven nicht zu schnell anzufahren. Denn rutscht der Lambo-SUV erst einmal über die Vorderräder, ist es vorbei mit einem kontrollierten Drift.

Ziel erreicht

Nach rund sechs Stunden Fahrspass, die Sonne hat sich bereits wieder hinter die Berge verzogen, gehts mit dem Urus-Shuttle zurück zum Hotel und danach zum exklusiven Abendessen in einem Bergrestaurant. Nach den beiden erlebnis- und lehrreichen Tagen hat jeder Teilnehmer das Ziel mehr oder weniger erreicht. Zum Abschluss gibt es aber noch einen kleinen Wettbewerb. Wer in den Augen der Instruktoren die schönsten Drifts aufs Eis zaubert, hat ein Lamborghini Huracán STO gewonnen – im Massstab 1:24. Nur so viel: Der Sieger kommt aus der Schweiz.

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