08.09.2014 12:27

Antischall

Mit Lautsprechern den Fluglärm bekämpfen

Das dürfte Musik in den Ohren von Flughafen-Anwohnern sein: Auf der Suche nach einer Lösung, den Fluglärm einzudämmen, sind Forscher der ETH Lausanne nun ein Stück weiter.

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In die Triebwerke eingebaute Lautsprecher sollen helfen, Flugzeuge künftig leiser zu machen. So der Plan von Forschern der ETH Lausanne. Was im ersten Moment kurios klingt, ist tatsächlich ein wissenschaftlicher Ansatz. So wollen die Forscher dem Lärm den entsprechenden Antischall entgegensetzen, wie die EPFL mitteilt.

Die Methode wird derzeit im Labor für Elektromagnetismus und Akustik in Lausanne getestet. Die Lautsprecher sollen dabei in die Ruderblätter der Turbine eingebaut werden. Ebenfalls in die Triebwerke eingebaute Mikrofone analysieren den Lärm, worauf die Lautsprecher mit einem Schall entgegengesetzter Polarität dagegen halten.

Kleiner Schritt in die richtige Richtung

Jeder der Lautsprecher, die in die rund 30 Ruderblätter eingebaut sind, soll somit ein genaues Signal erhalten. Wenn alle Lautsprecher zusammenarbeiten, könnte der mit dem menschlichen Ohr wahrgenommene Fluglärm um 1,5 bis 2 Dezibel reduziert werden.

Jedoch verursacht ein Flugzeug beim Start Lärm von bis zu 120 Dezibel. Deshalb brauche es weitere Innovationen, um die sechs Dezibel einzusparen, die sich das europäischen Forschungsprojekt zum Ziel genommen hat.

Der Fluglärm wird auch künftig ein wichtiges Thema bleiben. Für 2014 wird der kommerzielle Flugverkehr auf 30 Millionen Flüge geschätzt. Für 2020 wird mit bis zu 200 Millionen Flügen pro Jahr gerechnet.

(fee/sda)

Fluglärmforschung

Bis zum Jahr 2050 soll die Lautstärke neuer Flugzeuge um 65 Prozent sinken. Dies entspricht einer Reduzierung um 15 Dezibel im Vergleich zu neuen Flugzeugen im Jahr 2000. Dieses Ziel hat der europäische Luftfahrtforschungsbeirat (ACARE) in seinem Strategiepapier Flightpath 2050 ausgegeben. Das Gremium besteht aus Vertretern der Europäischen Kommission, der relevanten europäischen Hochschul- und Großforschungseinrichtungen sowie der europäischen Luftfahrtindustrie.

Die von ACARE definierte Forschungsagenda ist richtungsweisend für die Förderung der Luftfahrtforschung sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene. Neben der Reduzierung des Fluglärms verfolgt der europäische Forschungsbeirat auch das Ziel, die Kohlendioxid- und Stickoxidemissionen im Luftverkehr zu verringern.

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