30.10.2018 17:47

Basel wird verzaubert

Mit Magier Magree wollen Sie bestimmt nicht pokern

Der Basler Magier Marcel Grether (53) feiert mit seiner Show «Magic Moments» Bühnenjubiläum. Er zelebriert die Welt der Illusion und will die Emotionen der Zuschauer kitzeln.

von
mis

«Die Menschen fasziniert der Hang zum Fantastischen und Übernatürlichen. Auch mich fesselt diese Faszination bis heute», so Marcel Grether alias Magier Magrée. «Als Kind habe ich einen Zauberkasten geschenkt bekommen, so hat damals alles begonnen», erklärt er. Eine grenzenlose Faszination für die Illusion also, die er sich zum Beruf gemacht.

Grether, der als Magier schon seit 1988 die Schweiz zum Staunen bringt, ist ausgebildeter Kaufmann und Informatiker. Zu seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum tourt er mit seiner Erfolgsshow Magic Moments durch die Schweiz. Am 1. November ist er im Fauteuil Theater in Basel zu sehen.

Nähe statt Distanz

Nicht nur seine Karriere feiert dieses Jahr Jubiläum, auch seine Show «Magic Moments» wird zehn Jahre alt. Für diesen Anlass hat sich Grether mit seinem Team etwas besonderes überlegt: Anders als in vergangenen Jahren will er nicht die grossen Bühnen der Welt bespielen, sondern zum Kleinen, aber Feinen zurückkehren. Seinen Karrierehöhepunkt hatte er bereits 1995, als er als erster Schweizer Magier in Las Vegas eine abendfüllende Show produzierte.

In «Magic Moments» setzt er auf Nähe zum Publikum: «In der Zauberkunst ist es heute im Trend, nahe an den Menschen zu sein. Deswegen sitzt das Publikum in der Show mit mir zusammen an einem grossen Tisch und wir erleben gemeinsam die Emotionen des Staunens», erklärt Grether. In der Show lässt er sein Publikum über plötzlich auftauchende Klingeltöne, verwandelte Karten und magische Rubik-Würfel rätseln. Zu viel will er im Voraus aber noch nicht verraten, doch einen kleinen Vorgeschmack gibt er dennoch schon im Video.

Hier löst Magrée den Rubik-Würfel blitzartig.

Magie lebt vom Staunen

Doch was macht den «Pionier» der Zauberkunst so erfolgreich? «Der Kern der Magie ist es, die Reaktionen der Menschen zu verstehen», so Grether. Sein Ziel ist es, zusammen mit dem Publikum Emotionen von Lachen und Staunen zu erzeugen: «Die Zauberkunst lebt von der Interaktion und dem Miteinander.»

Um eine echte Illusion zu erreichen, verfolgt er eine eigene Strategie: «Ich verknüpfe die Zauberkunst mit dem Alltag der Menschen.» So lässt er beispielsweise ein schmutziges Glas auf dem Tisch nicht einfach verschwinden, sondern sucht einen sinnvollen Zweck dafür und zaubert einen Putzlappen herbei um es zu reinigen.

Aber nicht nur der Kampf zwischen Ahnungslosigkeit und dem Drang zum Verständnis fesselt die Menschen an Grethers Shows, auch die Möglichkeit, ein Teil der Vorstellung zu werden fasziniert sie: «Die Leute schätzen meine Shows sehr, weil sie nicht blossgestellt werden. Ich will erreichen, dass die Leute mitmachen wollen», so Grether.

Hartes Business

«In einem Grossteil der Gesellschaft hat die Zauberkunst heute leider einen schlechten Ruf», wie Grether erklärt. Rund 95 Prozent der Magier sind Hobby-Zauberer, die nur die Tricks erlernen und dabei die Präsentation, die Inszenierung, die Dramaturgie und das Miteinander mit den Menschen vergessen.

Denn eigentlich sollte der Fokus in der Zauberkunst genau auf dieser Interaktion liegen: «Das Trickgeheimnis selber macht die Basis aus, das sind aber nur zirka 10 Prozent. Die restlichen 90 Prozent sind dem Umgang mit den Menschen und der Kommunikation gewidmet.» Daher hat sich Grether zum Ziel gesetzt, dem Publikum eine bedeutende Rolle zu geben: «Ich will Staunmomente erzeugen und erwachsenen Menschen in der rationalen Welt wieder ein kindliches Funkeln in die Augen zaubern.»

Fehler gefunden?Jetzt melden.