Superdirektor im Interview: «Mit mir kann man auch streiten»

Aktualisiert

Superdirektor im Interview«Mit mir kann man auch streiten»

Rudolf Matter wird Superdirektor der zusammengelegten deutschsprachigen SRG-Radio- und TV-Programme. Er bezeichnet sich als Wirtschaftsliberalen.

von
Patrick Marbach
Neuer Superdirektor bei der SRG: Rudolf Matter. (Keystone)

Neuer Superdirektor bei der SRG: Rudolf Matter. (Keystone)

Was qualifiziert Sie für diese Aufgabe?

Rudolf Matter: Ich bringe gros­se publizistische Erfahrung mit und habe auch international als Medienmanager gearbeitet. Daneben habe ich breite Interessen. Ich gehe ins Kino oder an Konzerte und koche gerne.

Wo stehen Sie politisch?

Man könnte mich als Wirtschaftsliberalen bezeichnen.

Welches ist die grösste Herausforderung in Ihrem neuen Job?

Radio und TV haben zwei sehr verschiedene Kulturen. Es ist nicht so einfach, diese zu vereinen. Wir müssen das richtige Tempo anschlagen und weder zu schnell noch zu langsam vorwärtsgehen.

Was ändern Sie als Erstes?

Es ist überhaupt nicht meine Aufgabe, Programmentscheide zu fällen. Ich werde mich nicht in die Gestaltung einzelner Sendungen einmischen, sondern mich mit den Inhalten von Kanälen beschäftigen. Am Schluss müssen die Mischung und Qualität stimmen.

Setzen Sie eher auf eigene oder eingekaufte Produktionen?

Natürlich ist es wünschbar, ­so viel wie möglich selber zu produzieren. Das ist aber teuer und wir müssen die Schwerpunkte so setzen, dass wir es uns leisten können.

Gibt es Sendeformate, die Sie auf keinen Fall im SRF-Programm haben möchten?

Es gibt Programminhalte, die nicht in öffentliche, sondern eher in private Sender gehören. Aber das muss man im Einzelfall entscheiden.

Wie wollen Sie es als Super­direktor allen recht machen?

Indem ich das Gespräch suche und vor allem gut zuhöre. Mit mir kann man auch streiten, ohne dass ich nachtragend bin.

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