Aktualisiert 12.05.2012 21:46

Gewalt eskaliertMit Molotow-Cocktails gegen Steuerbehörden

In Italien nimmt die Wut der Bürger auf die Steuereinzugsgesellschaft Equitalia zu. In Neapel und anderen Städten werden ihre Büros von Demonstranten attackiert.

Ein wütender Mob versucht am 11. Mai in Neapel eine Filiale der Equitalia zu stürmen.

Ein wütender Mob versucht am 11. Mai in Neapel eine Filiale der Equitalia zu stürmen.

Im krisengeschüttelten Italien nehmen gewaltsame Proteste gegen die Steuerbehörden zu. In Livorno in der Toskana warfen Unbekannte am frühen Samstagmorgen Molotow-Cocktails auf das Büro der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia. Die Brandsätze explodierten jedoch nicht.

Lediglich die Eingangstüre des Gebäudes sei beschädigt worden, berichtete die Ansa am Samstag. Bei der Equitalia in Rom ging am Freitag ein Brief mit einem Pulver ein, das allerdings nach Angaben von Sprengstoffexperten nicht explodieren konnte. Auch in anderen Städten gab es Proteste vor den Finanz- und Steuerbehörden.

Am Freitag hatten in Neapel mehrere Hundert Menschen unangemeldet vor dem Sitz der Equitalia demonstriert. Es kam zu Ausschreitungen. Demonstranten warfen Eier, Steine, Flaschen und Säcke mit Abfall auf die Polizeikräfte. Mit Müllcontainern versuchten sie, die Strasse zu blockieren.

Immer mehr Suizide

Ein Dutzend Polizeibeamte wurde verletzt. Gegen sieben Personen wurden Verfahren eingeleitet, unter anderem wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, Sachbeschädigung und Körperverletzung.

Der Staat treibe gnadenlos Geld von Rentnern und Geringverdienern ein; die grossen Steuersünder hingegen kämen ungeschoren davon, sagte ein wütender Demonstrant dem Fernsehsender Rai 3.

Die Demonstranten machen die Behörden für die desolate Lage vieler Menschen verantwortlich. Seit Jahresbeginn haben sich Dutzende Menschen das Leben genommen, Auslöser der Selbstmorde sollen finanzielle Schwierigkeiten, Pleiten oder Arbeitslosigkeit sein.

(sda)

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