Aktualisiert 03.10.2013 14:30

Dürre voraussehen

Mit neuer App gegen den Welt-Hunger

Trockenperioden sollen dank einer Applikation der Technischen Universität Wien bis zu zwei Monate im Voraus erkannt werden können. Die Daten dienen Hilfsorganisationen vor Ort.

von
sts
Dürrekatastrophen können zu Hungersnöten führen. Eine neue Smartphone-Applikation soll jetzt dabei helfen, Dürreperioden vorauszusehen.

Dürrekatastrophen können zu Hungersnöten führen. Eine neue Smartphone-Applikation soll jetzt dabei helfen, Dürreperioden vorauszusehen.

Mithilfe einer Smartphone-App soll in Zukunft rechtzeitig vor Dürre- und Hungerkatastrophen gewarnt werden können. Die App, die von Forschern der Technischen Universität (TU) Wien entwickelt wird, funktioniert mit Satellitendaten.

Zuerst werde mit Mikrowellen die Erdoberfläche abgetastet. Mit den sich daraus ergebenden Informationen lasse sich berechnen, wie feucht die Böden in unterschiedlichen Regionen seien, teilte die TU soeben mit. Dürrekatastrophen hängen gemäss den Experten aber nicht nur von der Bodenfeuchtigkeit ab. Für Prognosen müsse man deshalb auch über Fakten direkt an Ort und Stelle Bescheid wissen, etwa wie es in einer bestimmten Region mit künstlicher Bewässerung aussieht, ob es Zugang zu natürlichen Wasserquellen gibt oder sich bereits Krankheiten verbreiten, die typischerweise mit Hungersnöten einhergehen.

Die TU-Forscher entwickeln die App deshalb in Kooperation mit Hilfsorganisationen, deren Mitarbeiter in dürregefährdeten Gebieten unterwegs sind. «So bekommen Helfer vor Ort Zugang zu relevanten Satellitendaten - in unserem Fall zu einem Dürre-Index», erklärte Markus Enenkel von der Forschungsgruppe für Fernerkundung.

Zusammenarbeit von Forschern und Hilfswerken

Der Hilfswerk-Mitarbeiter gibt die Daten über die Situation vor Ort in die App ein. Sie werden dann an die Wissenschaftler weitergeleitet und mit den Satellitendaten verknüpft. Daraus ergebe sich ein umfassendes Bild der Lage, das wiederum den Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt werde, sagte Enenkel.

«Eine Prognose, die ein bis zwei Monate in die Zukunft blickt, ist realistisch», sagte Enenkel. Das würde Helfenden mehr Zeit geben, um Gegenmassnahmen zu starten. Derzeit schliessen die Wissenschaftler die ersten Tests mit der App ab. (sts/sda)

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