Energy Challenge: «Mit Online-Shopping lässt sich Energie sparen»

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Energy Challenge«Mit Online-Shopping lässt sich Energie sparen»

Weniger Retouren und passende Lieferbedingungen: Ein Schweizer Internethändler gibt Tipps für eine bessere Energiebilanz beim Einkauf.

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sts
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«Onlinehandel schadet der Umwelt grundsätzlich nicht mehr als der traditionelle Einkauf im Laden – im Gegenteil», ist Daniel Rei von Brack.ch überzeugt. Nachfolgend gibt es drei Tipps, wie Sie die Umwelt- und Energiebilanz beim Shoppen verbessern können.

«Onlinehandel schadet der Umwelt grundsätzlich nicht mehr als der traditionelle Einkauf im Laden – im Gegenteil», ist Daniel Rei von Brack.ch überzeugt. Nachfolgend gibt es drei Tipps, wie Sie die Umwelt- und Energiebilanz beim Shoppen verbessern können.

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Etliche Kunden sehen sich zunächst im Einzelhandel um, bevor sie die begutachtete Ware schliesslich online bestellen. Oder sie informieren sich umgekehrt zuerst online, bevor sie das Ladengeschäft aufsuchen. Derlei Doppelspurigkeiten gilt es zu vermeiden.

Etliche Kunden sehen sich zunächst im Einzelhandel um, bevor sie die begutachtete Ware schliesslich online bestellen. Oder sie informieren sich umgekehrt zuerst online, bevor sie das Ladengeschäft aufsuchen. Derlei Doppelspurigkeiten gilt es zu vermeiden.

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Umweltbewusste Online-Shopper sollten kleine Artikel nicht einzeln oder zur Ansicht bestellen, sondern lieber seltener und dafür mehrere Produkte auf einmal ausliefern lassen sowie Gesamt- statt Teillieferung wählen – falls der Händler einem die Wahl lässt.

Umweltbewusste Online-Shopper sollten kleine Artikel nicht einzeln oder zur Ansicht bestellen, sondern lieber seltener und dafür mehrere Produkte auf einmal ausliefern lassen sowie Gesamt- statt Teillieferung wählen – falls der Händler einem die Wahl lässt.

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Einkaufen über das Internet wird hierzulande immer beliebter. 2016 bestellten Schweizer Waren im Wert von 7,8 Milliarden Franken online. Das ist ein Anstieg von gut acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Online- und Versandhandel wuchs damit erneut stärker als der klassische Handel. Internethandel verursacht durch die zahlreichen Rücksendungen, einzeln verpackten und verschickten Artikel sowie schlecht organisierten Auslieferungen einiger Online-Marktplätze jedoch hohe CO2-Emissionen. Bei Zalando beispielsweise gehen geschätzte 60 Prozent aller Pakete wieder zurück – das sind 18'000 Rücksendungen pro Werktag.

Der Schweizer Onlinehändler Brack.ch zeigt auf, dass Internetshopping durchaus nachhaltig sein kann. «Anders als in der Modebranche, wo der Kaufentscheid oft erst nach dem Anprobieren gefällt wird, liegt die Retourenquote bei uns auf sehr niedrigem Niveau», sagt Daniel Rei, Teamleiter Redaktion und PR bei Brack.ch. «Rechnen wir die Quote anhand der eingegangenen Aufträge und der Warenrückgaben, landen wir bei etwa zwei Prozent.» Im Gegensatz zu Zalando sind Retoursendungen bei Brack.ch auch nicht kostenlos.

Sammelbestellungen und Gesamt- statt Teillieferung auswählen

Doch nicht nur Retouren sind aus ökologischer Sicht problematisch, sondern auch ungenügend organisierte Zustellungen einiger Online-Versandhäuser. So können Bestellungen vielfach nicht im ersten Anlauf ausgeliefert werden, weil die Empfänger ausser Haus sind. Dies hat man auch bei Brack.ch erkannt: «Aufgrund veränderter Lebensumstände ist die Paketzustellung tagsüber nicht mehr für alle Kundengruppen gleichermassen interessant. Viele Familien, Paare und Einzelpersonen sind nie zu Hause, wenn die Post kommt», erklärt Rei. Deswegen bietet der Schweizer Onlinehändler Abholschalter in Mägenwil AG, Willisau LU sowie Renens VD an und Kunden können sich ihre Bestellung an die Bahnhöfe Zürich, Basel, Bern und Winterthur oder an eine von schweizweit über 345 Pick-up-Stellen der Migros liefern lassen. Die Idee dahinter sei, dass die Kunden sich ihre Ware dort abholen können, wo sie im Verlauf des Tages ohnehin vorbeikommen – ohne Umwege in Kauf zu nehmen.

«Durch unser grosses Angebot flexibler Zustellmöglichkeiten, bei denen teilweise auch Liefer- und Abholfenster bereits beim Kauf durch die Kunden vorausbestimmt werden können, nehmen wir letztere auch in die Pflicht, unnötige Transportfahrten zu vermeiden», erklärt Rei. Online-Shopper sollten flexible Zustell- und Abholoptionen nutzen, bei denen Liefer- respektive Abholzeitpunkt bereits bei der Bestellung bestimmt werden können. Dadurch sollen möglichst wenige unnötige Zustellfahrten entstehen.

Die Lieferung per Mobiltelefon mitverfolgen

Bei der von Brack.ch nur in grösseren Städten angebotenen Auslieferung am Bestelltag wählt der Kunde beim Kaufabschluss das gewünschte Zustell-Zeitfenster. Mit einem Trackingservice können die Besteller den Lieferstatus verfolgen. Kurz vor der Auslieferung wird dem Empfänger per SMS die Ankunftszeit mitgeteilt und ein Umrouten, das Anpassen von Zustellort oder -zeit, ist möglich. Ist eine Lieferung nicht erfolgreich, wird die Sendung am nächsten Werktag erneut im gleichen Zeitfenster zugestellt. Kann das Paket erneut nicht ausgeliefert werden, geht das Paket kostenpflichtig an den Absender zurück. Die Zustellungen erfolgen innerstädtisch mit E-Cargo-Velos und die Verschiebung vom Lager in Willisau LU in die jeweiligen Städte passiert mit dem Zug.

Viele Internethändler verschicken bestellte Waren getrennt, was zu einem höheren Energieverbrauch führt. «Bei uns gilt grundsätzlich Gesamtlieferung», berichtet Rei von Brack.ch. Die Bestellung wird also erst dann ausgeliefert, wenn alle bestellten Artikel an Lager sind. «Die Kunden können Teillieferungen bereits verfügbarer Ware beim Bestellabschluss extra auswählen. Dafür wird allerdings ein Zuschlag fällig. Da wir aber praktisch alle bei uns erhältlichen Artikel im eigenen Lager führen, gibt es generell wenige Teillieferungen.» Rei rät umweltbewussten Online-Shoppern, kleine Artikel nicht einzeln oder zur Ansicht zu bestellen, sondern lieber seltener und dafür mehrere Produkte auf einmal ausliefern zu lassen und Gesamt- statt Teillieferung zu wählen, falls der Händler einem die Wahl lässt. «Käufer sollten Plattformen mit einem breiten Angebotsspektrum nutzen, die einen Grossteil ihres Bedarfs aus einem einzigen Lager decken können». Besonders viele Kleinsendungen kommen gemäss dem Brack-Sprecher aus China per Flugzeug in die Schweiz. Preislich sei der Einkauf direkt in China für die Konsumenten zwar attraktiv, bezüglich Emissionen und Energieverbrauch dennoch eine schlechte Wahl.

Keine Doppelspurigkeiten: Entweder online oder offline einkaufen

Etliche Kunden sehen sich zunächst im Einzelhandel um, bevor sie die begutachtete Ware schliesslich online bestellen. Oder sie informieren sich umgekehrt zuerst online, bevor sie das Ladengeschäft aufsuchen. Derlei Doppelspurigkeiten gilt es laut Rei zu vermeiden: «Auf Kaufprozesse, bei denen sowohl online als auch offline Ressourcen verbraucht werden, sollte man verzichten.» Bei Brack.ch ist man überzeugt, dass Online-Shopping letzten Endes umweltfreundlicher ist als klassisches Einkaufen. «Wir wollen niemandem vorschreiben, wo er einkaufen soll. Aber Onlinehandel schadet der Umwelt grundsätzlich nicht mehr als der traditionelle Einkauf im Laden. Im Gegenteil: Die Bündelungseffekte der Paketzustellung innerhalb der Schweiz sind ökologischer als der Individualverkehr», schliesst Rei.

Energy Challenge 2017

Die Energy Challenge 2017 ist eine nationale Aktion von Energie Schweiz und dem Bundesamt für Energie rund um die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Als Medienpartner beleuchtet auch 20 Minuten den Themenschwerpunkt mit Grafiken, Reportagen und Interviews. Mehr Infos gibt's in der kostenlosen Energy-Challenge-App für Android und für iOS.

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