Aktualisiert 06.07.2016 12:02

ItalienMit Papis Auto ins Ausland – Strafe kassiert

Ein Schweizer fuhr mit dem Auto des Vaters nach Italien. Dort wurde es beschlagnahmt, weil er nicht der Halter ist.

von
ann
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Bei Auslandreisen sollte man sich genau erkundigen, welches Land welche Anforderungen stellt. Besondere Vorsicht gilt für Reisen mit dem Auto nach Italien. Laut TCS wird dort im Moment besonders rigoros kontrolliert.

Bei Auslandreisen sollte man sich genau erkundigen, welches Land welche Anforderungen stellt. Besondere Vorsicht gilt für Reisen mit dem Auto nach Italien. Laut TCS wird dort im Moment besonders rigoros kontrolliert.

Keystone/Karl Mathis
Die Guardia di Finanza etwa prüft, ob jemand Autos schmuggelt.

Die Guardia di Finanza etwa prüft, ob jemand Autos schmuggelt.

Keystone/Karl Mathis
Dies geschieht nicht nur an der Grenze: Auch irgendwo in Italien kann es zu einer Kontrolle kommen.

Dies geschieht nicht nur an der Grenze: Auch irgendwo in Italien kann es zu einer Kontrolle kommen.

Keystone/Martin Ruetschi

Seit fast drei Wochen wartet Silvio* in Neapel darauf, dass er das Auto seines Vaters zurückbekommt. Am 16. Juni wurde es ihm dort von der Guardia di Finanza beschlagnahmt. «Weil es nicht auf mich zugelassen ist.»

Der junge Mann, der noch zu Hause wohnt, machte in der italienischen Stadt eine Ausbildung zum Pizzaiolo. Weil er Respekt vor Autoknackern und Schäden hatte, fuhr er mit dem 20 Jahre alten Auto seines Vater in den Süden.

1000 Euro oder mehr Busse

Mehrere Wochen ging alles gut, bis er in eine Kontrolle kam. «Die Guardia di Finanza wirft mir vor, ich hätte das Auto geschmuggelt.» Der Grund: Silvio hatte keine beglaubigte Erklärung seines Vaters bei sich, die bestätigte, dass er das Auto fahren darf.

Jetzt muss er den Wert des Autos verzollen und eine Busse zahlen. «Je nach berechnetem Wert drohen mir 1000 Euro oder mehr Busse.» Silvio ist nicht der einzige Schweizer, dessen Auto von den italienischen Behörden beschlagnahmt wurde. 20 Minuten liegt noch ein weiterer solcher Fall vor.

Formular lässt sich online herunterladen

Der Touring Club Schweiz (TCS) bestätigt, dass es immer wieder solche Beschlagnahmungen gebe. Das Vorgehen der italienischen Behörden sei aber rechtmässig. «Das ist schon seit Jahren gesetzlich verankert und soll Autoschiebereien verhindern», sagt Mediensprecher Daniel Graf.

Wer mit einem fremden Auto ins Ausland reise und das gelte für alle anderen Länder auch, müsse eine Bestätigung des Halters mitführen. «Das Dokument kann man von unserer Homepage herunterladen.» Man brauche keine Beglaubigung eines Notars. «Es reicht der Stempel der Wohngemeinde.»

Nicht diskutieren, sondern sofort zahlen

Der TCS warnt aber, dass derzeit in Italien besonders rigoros kontrolliert werde. «Man muss da wirklich aufpassen, sie sind streng mit den Bussen», so Graf. Er rät deshalb allen Reisenden, genau die Anforderungen an die Fahrzeuge zu überprüfen (siehe Box).

Wer in eine Kontrolle komme, solle zudem nicht mit den Beamten diskutieren, sondern die Busse sofort begleichen. Graf: «Wenn daraus ein Verfahren entsteht, muss man schnell statt 75 Euro das Zigfache zahlen.»

*Name der Redaktion bekannt

Für Reisen in Europa sind folgende Dinge empfehlenswert:

- CH-Kleber in der richtigen Grösse (in Europa Pflicht)

- Nur für Italien: Sommerpneu (auch Allwetterpneu gehen nicht)

- Pannendreieck

- Reiseapotheke

- Warnweste für jede Person, die aus dem Auto steigt

- Feuerlöscher (u.a. Griechenland, Polen, Bulgarien, Rumänien, Russland)

- Bei Fremdfahrzeug: Bestägtigte Vollmacht des Halters für alle europäischen Länder

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