Aktualisiert 02.09.2015 15:53

Umstrittenes Angebot

Mit Parkier-Service private Tiefgarage belegt

Zwei Jungunternehmer aus dem Baselbiet fahren die Autos von Fluggästen des EuroAirports gegen Bezahlung in eine private Tiefgarage. Deren Besitzer leitet nun rechtliche Schritte ein.

von
cs
Hier soll der Parkservice seine Kundenfahrzeuge auf Besucherparkplätzen in der Einstellhalle der Privatliegenschaft abgestellt haben.

Hier soll der Parkservice seine Kundenfahrzeuge auf Besucherparkplätzen in der Einstellhalle der Privatliegenschaft abgestellt haben.

Dem Park-Service «Park to Fly» wird vorgeworfen, die Fahrzeuge von Flugpassagieren auf den Besucherparkplätzen in einer Tiefgarage des Ziegelei-Quartiers in Allschwil zu parkieren. Das teilweise wochenlang, wie die BZ Basel schreibt. Die Anwohner der Ofenstrasse selber können gegen die Fremdparkierer nichts tun. Auch der örtlichen Polizei sind die Hände gebunden. Da es sich um private Parkplätze handelt, müssten die Eigentümer einschreiten, also Anzeige erstatten.

Die Liegenschaftseigentümerin Verit Immobilien wurde bereits von erbosten Mietern über die Vorgänge ins Bild gesetzt und hat nun reagiert. «Wir haben rechtliche Schritte eingeleitet», bestätigt eine Mitarbeiterin des Unternehmens auf Anfrage von 20 Minuten. In naher Zukunft soll ein richterliches Parkverbot verfügt werden. Zudem werde eine externe Firma damit beauftragt, die Falschparkierer zu büssen.

Am Flughafen Zürich seit Jahren so

Die Unternehmer von «Park to Fly» sind ob der Vorwürfe schockiert. Sie wollten den konkreten Fall gegenüber 20 Minuten jedoch nicht kommentieren. «Wir verstehen den ganzen negativen Zirkus nicht», sagen sie. Diese Art von «Valet Parking» gebe es in anderen Städten bereits seit Jahren. So auch am Flughafen Zürich. Laut Ansgar Gmür, Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbands (HEV), stimmt diese Aussage. «Inzwischen gibt es sehr viele solcher Firmen, die sich auf diese Art von Parking am Flughafen spezialisiert haben. Die Nachfrage ist vorhanden, da das Parkhaus am Flughafen extrem teuer ist», so Gmür.

Auch die hohen Parktarife und mangelnden ÖV-Anbindungen am EuroAirport Basel spielen den Jungunternehmern von «Park to Fly» in die Karten. Laut «BZ Basel» kosten sechs Tage Parkieren «Park to Fly» 101 Franken statt 158 Franken. «Wir haben eine super Resonanz seitens unserer Kunden», bestätigen die Unternehmer. Sogar eine Expansion stehe im Raum. Momentan würde man die Fahrzeuge noch an zwei Orten unterbringen. «Wir wollen uns aber in Zukunft auf einen Ort konzentrieren. Das ist aus logistischen Gründen sinnvoller», sagen die Unternehmer. Den genauen Standort dieser Parkmöglichkeiten wollen sie aber nicht verraten.

Das Prinzip des von Hotels bekannten Valet-Parkings wird auch an anderen Flughäfen weltweit praktiziert. Dabei gibt der Kunde seine Abflugs- und Ankunftszeit an. Sobald er vor dem Flughafen vorfährt, wird das Auto von einem Chauffeur des Parkservices übernommen und zu einer Einstellhalle gefahren und parkiert. Dank der heutigen Flugtracking-Apps können die Chauffeure bei Ankunft des Kunden diesem beim Verlassen des Flughafens das Auto wieder übergeben.

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