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DrogenschmuggelMit Peter B. warten Hunderte auf den Tod

Vier Kilo Kokain hatte Peter B. dabei, als ihn die Polizei in Phuket schnappte. Der Schweizer könnte zum Tode verurteilt werden. In Thailand droht 700 weiteren Menschen die Hinrichtung.

von
feb
Dem Schweizer sind die thailändischen Behörden auf die Schliche gekommen.

Dem Schweizer sind die thailändischen Behörden auf die Schliche gekommen.

Der 47-jährige Peter B.* sagte seiner Frau Amornrat B.*, er sei für einige Wochen weg, er müsse einem Freund helfen. Jetzt sitzt er in Haft, die Polizei erwischte ihn am Montag mit vier Kilogramm Kokain.

Sie habe keine Ahnung gehabt, dass ihr Mann das Land verlasse, erzählte Amornrat B. der Zeitung «Phuketwan». Peter B. jedoch wusste sehr genau, was er tat und bestreitet dies auch nicht. Im berüchtigten Bangkoker Stadtteil Nana sollen erste Kontakte geknüpft worden sein. Schliesslich schmuggelte Peter B. die Drogen über La Paz, São Paulo, Dubai und Kuala Lumpur nach Phuket. Selber nahm er kein Kokain. «Es ging nur ums Geld», sagt Peter B.. 6000 Dollar lockten. Weil ihm die IV-Rente gestrichen wurde, war er in Geldnot. «Ich hatte Angst», so Peter B. zu «Phuketwan». Zweimal habe er die Tasche mit dem Kokain fast stehen gelassen. Einmal in einer Toilette in Brasilien und das zweite Mal, als er in Phuket ankam. «Ich wünschte, ich könnte die Wahl noch einmal treffen.»

In Thailand werden Drogendelikte sehr hart bestraft. Peter B. droht die Todesstrafe. Laut Amnesty International warten zur Zeit im Ferienparadies rund 700 Personen auf ihre Hinrichtung. Knapp die Hälfte waren wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden. Vom letzten Jahr liegen Amnesty International keine Meldungen von Hinrichtungen aus Thailand vor, sieben Personen wurden aber zum Tode verurteilt. Daniel Graf, Sprecher von Amnesty International in der Schweiz, rechnet mit einem langen Prozess und bietet Angehörigen von Peter B. Hilfe an, falls dieser zum Tode verurteilt werden sollte.

Problematisch sind zudem die Haftbedingungen, die im Hochsicherheitsgefängnis Bangkwang herrschen, wo viele Ausländer ihre Strafen wegen Drogendelikten absitzen. Auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist aktiv. Zur Zeit werden Abklärungen getroffen, um dem Schweizer zu helfen.

*Namen der Redaktion bekannt.

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