Aktualisiert 24.10.2008 11:04

Neue Jägergeneration

Mit Pfeil und Bogen auf die Jagd

Eine neue Generation von Jägern will das Wild in Deutschland wieder mit Pfeil und Bogen zur Strecke bringen. Muss sich auch unser Wild künftig vor Bogenschützen in Acht nehmen?

Laut Spiegel.de gibt es in Deutschland eine neue Generation Jäger, die sich für Pfeil und Bogen stark macht.

Ein Wildmeister in Mecklenburg-Vorpommern, Josef Gratz, hält diese Art der Tötung für tierschutzgerechter als die Gewehrjagd. Gratz: «Es ist ein schmerzloser Tod.»

Allerdings muss Gratz für diese Art des Jagens in die Jagdgründe Dänemarks, Spaniens, Frankreichs oder Italiens ausweichen, wo Pfeil und Bogen neben den traditionellen Waffen erlaubt sind.

Verbot aus tierethischen Gründen

In Deutschland wie auch in der Schweiz ist das Jagen mit Pfeil und Bogen hingegen streng verboten.

Laut Nicole Imesch von der Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hat dieses Verbot einen tierethischen Hintergrund. Denn der Schuss aus einem Gewehr sei viel eher tödlich als ein Pfeil. Um das Tier damit nicht bloss zu verletzen, müsste sich der Jäger viel näher heranpirschen können.

Die Wildsau im Vorgarten

Pfeil-Fans in Deutschland führen an, dass der Einsatz ihrer Geräte in sogenannten jagdkritischen Gebieten viel sicherer als der Einsatz von Schrot sei. Beispielsweise dann, wenn sich ein Wildschwein in einen Vorstadtgarten verirrt habe. Nicole Imesch lacht und meint, dass es keinen Wildhüter gebe, der eine Wildsau auf diese kurze Distanz nicht zielsicher erlegen könne.

Bis heute ist dem BAFU noch kein Fall bekannt, bei dem Schweizer Jäger in ausländische Jagdgründe ziehen würden, um dort mit Pfeil und Bogen zu jagen.

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