Bern: Mit Pistole gegen Lebensmittel-Kontrolleure
Aktualisiert

BernMit Pistole gegen Lebensmittel-Kontrolleure

Lebensmittel-Kontrolleure leben oft gefährlich: Angestellte der inspizierten Betriebe rasten nicht selten aus und greifen dabei auch schon mal zur Waffe.

von
Bigna Silberschmidt
Kantonschemiker Otmar Deflorin erlebt so einiges. (meo)

Kantonschemiker Otmar Deflorin erlebt so einiges. (meo)

Für manche Verantwortlichen von Lebensmittelbetrieben wie Restaurants, Käsereien, Metzgereien oder Bauernhöfen ist es offenbar ein Horror, wenn plötzlich ein Kontrolleur des Berner Kantonslabors vor der Türe steht. «Die Aggressivität unseren Mitarbeitern gegenüber hat in den letzten Jahren stark zugenommen», sagt Kantonschemiker Otmar Deflorin. Immer wieder müsse die Polizei beigezogen werden.

Beschimpfungen «aus dem ganzen Tierreich» und Drohungen seien für die Inspektoren fast schon Alltag: «Schlimmer sind tätliche Attacken», so Deflorin. Ein Betriebsleiter habe einmal gar eine Pistole gezückt, weil er sich der Kontrolle widersetzen wollte. «Die Geschichte endete zum Glück glimpflich.»

Auch Küchengegenstände wie Pfannen oder Messer kämen immer wieder als Drohmittel zum Einsatz. «Die Alarmglocken klingeln im besten Fall aber schon vorher», so Deflorin.

Damit die 22 Kontrolleure des Kantons Signale frühzeitig erkennen und abschätzen können, wann sie die Inspektion vielleicht doch besser in Polizeibegleitung durchführen sollten, werden sie jetzt in Schulungen auf solche prekären Situationen vorbereitet. Bei sehr belastenden Geschehnissen wird zudem psychologische Betreuung angeboten.

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