Mick Comte: Mit positivem Gangsta-Rap aus der Lebenskrise
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Mick ComteMit positivem Gangsta-Rap aus der Lebenskrise

Er sieht aus wie ein typischer Gangsta-Rapper und klingt auch so. Dabei predigt Mick Comte auf seinem Album vor allem eines: eine positive Einstellung.

von
Katinka Templeton

Mick Comte ist kein unbeschriebenes Blatt in der Schweiz. Der Rapper aus Freiburg machte sich in seiner Jugend vor allem als Freeski-Ass einen Namen, gewann sogar zweimal die US Open in dieser Disziplin. Doch nachdem er dem Skifahren den Rücken gekehrt hatte, war es lange Zeit still um den heute 32-Jährigen. Jetzt meldet sich Mick Comte musikalisch zurück. «From Nest to Marrow» heisst das Rap-Album, mit dem Comte seine letzten Jahre abseits des Rampenlichts Revue passieren lässt.

«Es ist ein persönliches Album», erklärt Mick im Interview mit 20 Minuten. «Es ist mein Weg, dieses Kapitel in meinem Leben endgültig abzuschliessen.» Mit diesem Kapitel meint Mick die Zeit nach der Ski-Karriere, als er drogenabhängig wurde und später sogar mit dem Gesetz in Konflikt geriet und für zwei Monate ins Gefängnis musste. «In den Knast zu müssen, war im Endeffekt das Beste, das mir je passiert war», erinnert sich Mick. «Es hat mir einfach gezeigt, wo mich meine dummen Entscheidungen hinbringen können.»

«PMA funktioniert wirklich»

Heute, sieben Jahre später, ist Mick Comte clean und geläutert. Wie er aus dieser dunklen Phase in seinem Leben herausfand? Mit einer positiven Einstellung, sagt er. Der Begriff PMA, also Positive Mental Attitude, kommt auch oft in Micks Debüt-Album vor: «Es dreht sich alles darum, wie man seine geistige Einstellung in etwas Positives umwandelt. Das hilft einem auch, als Person zu wachsen.»

Die Grundsätze von PMA stammen aus den Lehren des Dalai Lama. Der Begriff selbst fand seine Anfänge in einem Buch von 1937, in dem es darum geht, dass Erfolg das Produkt von positivem Denken ist. Später, in den frühen 1980er-Jahren, wurde PMA wieder von Hardcore-Punk-Bands wie Bad Brains aufgenommen und zu einem Lebensstil gewandelt. «Es ist ein bisschen wie eine Religion, aber ohne den Kult-Aspekt davon. Und es funktioniert wirklich», so Mick.

So klingt Mick Comtes Musik: Der Song «Verbal Caliber» ist auch auf dem Album «From Nest to Marrow» zu hören.

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