Mit Radarfallen gegen Pistenraser
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Mit Radarfallen gegen Pistenraser

Die Suva reagiert auf die Rekord-Unfallzahlen auf Schweizer Skipisten Ab morgen jagt sie mit
Radarfallen Pistenraser und warnt: «Wir messen die Wintersportler ohne Vorwarnung».

Die Unfallzahlen auf Schweizer Pisten steigen seit Jahren und die Verletzungen werden immer schwerer; die Rega flog in dieser Saison bereits doppelt so viele Einsätze wie in Vorjahren (20 Minuten berichtete). Grund für die laufend schwereren Verletzungen ist laut der Suva das immer höhere Durchschnittstempo der Skifahrer und Snowboarder. «Die praktisch buckelfreien Pisten und die neuen Wintersportgeräte verleiten auch ungeübte Wintersportler zum Schnellfahren», sagt Suva-Kampagnenleiterin Edith Müller.

Die Suva legt deshalb bei ihrer Präventionskampagne einen Zacken zu: Ab morgen Samstag schickt sie Teams mit versteckten Radarfallen auf die Pisten. «Wir messen die Wintersportler ohne Vorwarnung», sagt Müller. «Schnellfahrer winken wir heraus. Eine Busse gibt es nicht, aber wir suchen das Gespräch. Die Erfahrung zeigt, dass die meisten ihr Tempo deutlich unterschätzen.» Erstmals kommen die Radarfallen in Andermatt zum Einsatz – danach in fast allen Schweizer Skigebieten.

Gaudenz Looser

Tests mit Dummies

Die Suva hat im Crash-Test-Center DTC in Vauffelin BE erstmals wissenschaftlich korrekte Crash-Tests mit Skifahrer-Dummies durchgeführt. Dabei wurden die Kräfte gemessen, die auftreten, wenn ein Skifahrer mit 30 beziehungsweise 50 km/h einen anderen, stehenden Skifahrer seitlich rammt. Die detaillierten Testergebnisse stehen erst in drei Wochen fest, doch schon jetzt ist klar: «Beim Zusammenprall traten an den Dummies Aufprallenergien in einer Stärke auf, die bei einem Autotest die Zulassung des Wagens verhindern würden», sagt Edith Müller von der Suva.

loo

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