FC Basel: Mit Rekordsaison die neue Ära eingeläutet

Aktualisiert

FC BaselMit Rekordsaison die neue Ära eingeläutet

Mit dem achten Meistertitel in Serie führt der FC Basel seine Dominanz fort. Nun bricht beim Krösus eine neue Zeitrechnung an.

von
Eva Tedesco
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Das Basler Meisterteam 2016/17Manuel AkanjiSpiele: 10Tore: 3Assists: 0Gelb: 1Rot: 0

Das Basler Meisterteam 2016/17Manuel AkanjiSpiele: 10Tore: 3Assists: 0Gelb: 1Rot: 0

Keystone/Georgios Kefalas
Eder Balanta (r.)Spiele: 19Tore: 1Assists: 0Gelb: 4Rot: 0

Eder Balanta (r.)Spiele: 19Tore: 1Assists: 0Gelb: 4Rot: 0

Manuel Lopez
Birkir BjarnasonSpiele:Tore: 13Assists: 4Gelb: 2Rot: 0

Birkir BjarnasonSpiele:Tore: 13Assists: 4Gelb: 2Rot: 0

Keystone/Georgios Kefalas

Es war ab der ersten Runde eine Machtdemonstration. Eine ganze Saison lang kannte die Super League nur einen Leader: den FC Basel. Die logische Konsequenz aus dieser Überlegenheit ist der zweite Stern, der künftig über dem Vereinslogo prangen wird. Er steht für den 20. Meistertitel der Clubgeschichte, markiert gleichzeitig aber auch das Ende einer Ära.

Unter der Leitung von Präsident Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz hat sich der FC Basel zum alles verschlingenden Titelmonster gewandelt, das der Konkurrenz höchstens Brosamen überlässt und auch wirtschaftlich in hierzulande unbekannte Dimensionen vorgestossen ist. Anders ausgedrückt: Der FCB scheint der Gegnerschaft unendlich weit entrückt zu sein.

30 Spiele, 1 Niederlage

Im Sommer machen die beiden wichtigsten Baumeister dieser Erfolgsgeschichte Platz für eine neue Führung. Mit Heusler und Heitz scheidet auch – allerdings unfreiwillig – Trainer Urs Fischer. Der Abgang kam zwar nicht unerwartet, trotzdem kann man ihn als Opfer des geplanten Umbruchs bezeichnen. Die Crew um den künftigen Präsidenten Bernhard Burgener und Marco Streller möchte einen sauberen Abschluss und den kompletten Neubeginn mit eigenen Leuten.

Während von den Liga-Konkurrenten einer nach dem anderen Krisen durchlief, dirigierte Fischer seine Mannschaft unbeirrt und souverän durch die Meisterschaft. Es wurden auch Spiele gewonnen, in denen Rotblau nicht überzeugte. In 30 Runden ist der FCB nur einmal als Verlierer vom Platz gegangen (gegen YB), er hat deutlich mehr Tore geschossen und deutlich weniger kassiert als die Gegner. Zudem winkt in einem Monat im Cupfinal gegen Sion das Double.

Trotz Kritik national unerreicht

Dennoch schwebte in den vergangenen Monaten eine latente Enttäuschung über Rotblau, und man wusste nicht genau, was fehlte: Mehr Spass? Mehr Identifikation? Mehr Spektakel?

In Basel ist die entscheidende Frage längst nicht mehr, ob der FCB Meister wird, sondern wie. Trotz der nationalen Dominanz missfiel Fischers Pragmatismus vielen. Der 51-jährige Zürcher muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig experimentiert und die Spieler zu wenig weiterentwickelt zu haben.

Dafür darf sich Fischer ans Revers heften, einen unvergleichlichen Durchmarsch orchestriert zu haben. So früh wie er hat in der höchsten Schweizer Spielklasse noch kein Trainer den Titel geholt. Und weitere Meilensteine sind in den letzten sechs Runden in Reichweite. Dem FCB fehlen nur neun Punkte, um den eigenen Rekord von 85 Punkten aus der Saison 2003/04 zu brechen. Ebenso wackelt die Bestmarke von 2011/12, als der FCB den Tabellenzweiten Luzern um 20 Punkte distanzierte. Auch die 90 Tore, die der FCB 2010/11 unter Thorsten Fink erzielte, könnten übertroffen werden.

Obwohl nicht alles zu Gold wurde, was Fischer angefasst hat: Er hinterlässt ein imposantes Erbe. Daran wird sich sein Nachfolger Raphaël Wicky messen lassen müssen.

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