05.02.2017 20:00

Freestyle-CanyoningMit Salto und Schraube in den Bergbach

Beim Canyoning stürzt man sich Wasserfälle und Schluchten hinab. Der Schweizer Warren Verboom hat dem Extremsport neue Elemente hinzugefügt.

von
Fabrice Dubler

Dieser Sport ist nichts für schwache Nerven: Ein Canyoneer klettert, seilt sich ab und springt durch steile Schluchten und tosende Wasserfälle. Befinden sich keine Kanten im Wasser, ist auch blosses Rutschen möglich. «Die Krönung des Abenteuers», beschreibt es Warren Verboom. Dem 34-Jährigen, der den Trendsport schon seit rund 13 Jahren betreibt, war das aber zu wenig.

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Warren Verboom dreht mit seinem Team spektakuläre Videos beim Freestyle-Canyoning.

Warren Verboom dreht mit seinem Team spektakuläre Videos beim Freestyle-Canyoning.

deap freestyle canyoning
Dem Schweizer war das normale Canyoning zu wenig. Deshalb kombinierte er es mit Elementen anderer Sportarten wie Kunstturnen, Turmspringen oder Parkour.

Dem Schweizer war das normale Canyoning zu wenig. Deshalb kombinierte er es mit Elementen anderer Sportarten wie Kunstturnen, Turmspringen oder Parkour.

deap freestyle canyoning
Die richtige Vorbereitung und Ausrüstung sind bei diesem Sport sehr wichtig.

Die richtige Vorbereitung und Ausrüstung sind bei diesem Sport sehr wichtig.

deap freestyle canyoning

Er begann als Erster, Canyoning mit Elementen des Parkours und Turmspringens zu kombinieren. Dabei springt er wie ein Freerunner von Fels zu Fels, berechnet seine Flugbahn an den Steinen vorbei und landet schliesslich akrobatisch im Wasser. Beim «Freestyle Canyoning», wie er es nennt, lasse sich mehr experimentieren. So nehme der Sport durch die Vielfalt waghalsiger Sprünge neue Dimensionen an. Gleichzeitig entdecke er unberührte Spots.

Die Risiken vermindern

Dass der Sport gewisse Risiken birgt, liegt auf der Hand. «Die optimale Vorbereitung und Ausrüstung vermindert die Gefahr aber deutlich», so der Schweizer mit holländischen Wurzeln. In jedem Fall sei es wichtig, sich darüber zu informieren, ob Stauseen Wasser ablassen. Auch das Wetter müsse man genau kennen. So werde man nicht vom plötzlichen Ansteigen des Wasserpegels überrascht.

Jemand checke im Voraus, ob Steine oder Äste die Wassertiefe nicht beeinträchtigten. Zudem sei ein einwandfreies Seil und Gurtzeug zentral. Der Helm, gute Schuhe und ein Neoprenanzug gehörten ebenfalls zur Standardausrüstung eines Canyoneers.

Nichts ohne Überwindung

Den ultimativen Adrenalinkick hat Warren schon immer gesucht. Bereits als Jugendlicher widmete er sich dem Skispringen, mit 13 Jahren wagte er seinen ersten Bungee-Sprung. Nur vier Jahre später absolvierte er eine Fallschirm-Ausbildung.

Die Grundlagen des Canyonings erlernte er durch die Ausbildungskurse des Schweizerischen Canyoningverbandes bis hin zum professionellen Guide. Seine Freestyle-Fähigkeiten hat er sich jedoch mehrheitlich selbst beigebracht.

Nebst der körperlichen und geistigen Fitness brauche es vor allem Mut: «Die besten Skills eines Turmspringers nützen nichts, wenn du dich nicht überwinden kannst», erzählt der Solothurner. Auch die Sprungkraft müsse regelmässig trainiert werden. Mit der Erfahrung habe man irgendwann das richtige Mass. Denn meist muss der Canyoneer zentimetergenau an der tiefsten Stelle ins Wasser eintauchen.

Eigene Canyoning-Marke

Mittlerweile hat Warren festgestellt, dass dieser Sport grosses Potenzial hat. Als Pionier des «Freestyle Canyoning» gründete er zusammen mit Kunstturnern, Turm- und Klippenspringern sowie Parkourläufern sein Label «deap».

Das Team erkundet gemeinsam neues Gelände, dreht davon Filme und entwickelt neues Equipment. Dieses soll den Markt vorantreiben und den Sport weiter etablieren. Ihren neuesten Film REVAMP zeigt «deap» am 11. Februar in der «Heilen Welt» in Zürich (Trailer im Video).

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