Aktualisiert

Portugal – FrankreichMit Schnelligkeit und Helikoptern gegen Ronaldo

Für Frankreich-Trainer Deschamps ist es ein Privileg, zuhause einen grossen Final bestreiten zu dürfen. Verteidiger Sagna weiss derweil, wie man CR7 stoppt.

1 / 4
Samstag, 9. Juli 2016Mit dem Helikopter zur Pressekonferenz: Frankreichs Trainer Didier Deschamps landet vor dem Stade de France.

Samstag, 9. Juli 2016Mit dem Helikopter zur Pressekonferenz: Frankreichs Trainer Didier Deschamps landet vor dem Stade de France.

AFP/Franck Fife
Vor der Presse spricht DD über den bevorstehenden Final gegen Portugal. Er sagt, es sei ein Privileg, vor heimischem Publikum spielen zu dürfen.

Vor der Presse spricht DD über den bevorstehenden Final gegen Portugal. Er sagt, es sei ein Privileg, vor heimischem Publikum spielen zu dürfen.

AFP/Handout
Deschamps hat Respekt vor Portugals Captain Cristiano Ronaldo und sagt, es werde schwierig, ihn zu kontrollieren, «vor allem in Kopfballduellen».

Deschamps hat Respekt vor Portugals Captain Cristiano Ronaldo und sagt, es werde schwierig, ihn zu kontrollieren, «vor allem in Kopfballduellen».

AP/Francois Mori

Im Stade de France in Saint-Denis hat die EM-Reise der Franzosen vor 29 Tagen mit dem Sieg im Eröffnungsspiel gegen Rumänien begonnen. Hier hat die Mannschaft von Didier Deschamps vor knapp einer Woche mit dem 5:2 im Viertelfinal gegen Island die Leute erstmals restlos begeistert. Und hier wollen die Gastgeber am Sonntag ihren dritten EM-Titel feiern – 18 Jahre nach dem rauschenden WM-Final von 1998 gegen Brasilien.

«Wir müssen uns bewusst sein, dass wir ein Privileg haben, in einem solchen Stadion und vor unseren Fans einen Final spielen zu dürfen», sagte Deschamps am Tag vor dem Endspiel im Pressesaal des Stade de France. Er erinnert aber auch daran, dass es nicht immer einfach war für seine Mannschaft, hier zu spielen. «Im ersten Spiel war der Druck auf uns gewaltig. Das war für uns bereits wie ein Final», sagte er.

Respekt vor Ronaldos Sprungkraft

Die Favoritenrolle gegen Portugal akzeptiert Deschamps, doch er sagte auch: «Unser Gegner ist nicht zufällig in den Final gekommen. Portugal spielt einen einfachen, soliden Fussball und ist gut organisiert.» Und natürlich hat Portugal einen aussergewöhnlichen Spieler in seinen Reihen, über den Deschamps sagt: «Cristiano Ronaldo ist ein wunderbarer Top-Player. Es wird schwierig sein, ihn zu kontrollieren. Vor allem in den Kopfballduellen.»

Der französische Aussenverteidiger Bacary Sagna von Manchester City wird sich im Final öfter dem Weltfussballer in den Weg stellen müssen. «Alle kennen ihn, und doch ist es schwierig, gegen ihn zu verteidigen. Wichtig ist, dass man ihm mit Schnelligkeit begegnet und die Räume zu zweit oder zu dritt zustellt», so Sagna.

Frankreich hat den EM-Topskorer Antoine Griezmann in seinen Reihen und mit 13 Toren die beste Offensive des Turniers. Sorgen bereitet den Fans dagegen die Abwehr, und dies nicht bloss, weil auf der Gegenseite Ronaldo steht. «Wir haben vom ersten Testspiel an gezielt am Abwehrverhalten gearbeitet. Während der EM haben wir uns gesteigert», beruhigte Deschamps vor dem Final.

Lückenbüsser Umtiti überzeugt

Nach dem Ausfall von Real Madrids Raphaël Varane nominierte er Adil Rami vom Europa-League-Sieger FC Sevilla in die EM-Mannschaft. Restlos überzeugt hat der gebürtige Marokkaner indes nicht. Erst mit der Sperre von Rami im Spiel gegen Island schien Deschamps den richtigen Partner für Abwehrchef Laurent Koscielny gefunden zu haben: den 22-jährigen Samuel Umtiti von Olympique Lyon. «Mir war von Beginn weg klar, dass er irgendwann wichtig sein würde. Er ist jung, bringt aber schon viel Persönlichkeit auf den Platz und ist viel reifer als viele Spieler, die über 30 Jahre alt sind», so Deschamps.

Mit Sagna, der sich bereits im Champions-League-Halbfinal mit Manchester City gegen Ronaldo gut geschlagen hat, dem Arsenal-Professional Koscielny, der mit dem Fundus von 180 Premier-League- und 33 Champions-League-Spielen in den EM-Final geht, sowie mit dem talentierten Umtiti sieht Deschamps sich, das Team und die Fussball-Nation Frankreich gut genug gerüstet für das Duell gegen CR7.

Und für den Fall, dass der Captain der Portugiesen doch einmal durchkommt, hat Sagna eine weitere Idee: «Dann brauchen wir Unterstützung von oben, es kreisen schliesslich genügend Helikopter über dem Stadion.» (sda)

Deine Meinung