«From my cold dead Hands»: Mit Schusswaffen in die Kirche
Aktualisiert

«From my cold dead Hands»Mit Schusswaffen in die Kirche

Der Pfarrer einer protestantischen Pfingstgemeinde im US-Staat Kentucky hat in seiner Kirche einen Gottesdienst gefeiert. So weit, so unspektakulär. Doch die Gläubigen waren alle bewaffnet.

Pfarrer Ken Pagano hatte seine Schäfchen selber dazu ermutigt, eine Waffe zu tragen. So sollte der zweiten Zusatz der amerikanischen Verfassung gewürdigt werden, der das Recht zum Tragen von Waffen garantiert. In Kentucky ist zudem bis heute das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit erlaubt.

Statt der üblichen 150 Gottesdienstbesucher kamen am Samstag mehr als 200, die ihre Schiesseisen meist in Lederhalftern am Gürtel trugen - einige altmodische sechsschüssige Waffen, andere moderne Pistolen. «Wir wollen ein Botschaft senden, dass es zivile, intelligente und das Gesetz einhaltende Bürger sind, die auch Waffen besitzen», sagte Pagano, dessen New Bethel Church zur Assemblies of God gehört. «Wenn es nicht einen tief verankerten Glauben an das Recht zum Tragen von Waffen gäbe, würde es dieses Land gar nicht geben.»

«Zutiefst beunruhigend»

Pagano bekam aber nicht nur Zustimmung für seine Aktion. Eine Koalition aus Friedensgruppen und anderen Kirchengemeinden in Louisville kritisierten ihn auf einer waffenlosen Versammlung. «Die Idee, Waffen in Kirchen oder anderen heiligen Orten zu tragen, finde ich zutiefst beunruhigend», sagte Terry Taylor, einer der Organisatoren.

Auch die Versicherung von Paganos Kirche sah das ähnlich - sie kündigte wegen des Gottesdienstes mit bewaffneten Besuchern den Versicherungschutz. Der Pfarrer fand eine andere Versicherung, die 700 Dollar für einen Tag und zudem verlangte, dass alle Waffenträger ihre Munition vor der Kirche abgaben. Der Gottesdienst verlief ohne Störungen. (dapd)

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