Aktualisiert 13.08.2009 18:34

Wildheuerkurs in UriMit Sense, Steigeisen und Netzen heuen lernen

Heuen auf steilen, abgelegenen Flächen mit Sense, Nagelschuhen und Netzen ist eine Kunst, die gelernt sein muss, findet der Kanton Uri. Deshalb organisiert er Ende August zum zweiten Mal einen Wildheuerkurs hoch über dem Urnersee.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hat die Wildheunutzung im Kanton Uri stark abgenommen. Viele Faktoren sprechen gegen das so genannte «Wildhaiwä»: Mangelnde Rentabilität, grosses Risiko, hohe Anforderungen an die physische Leistungsfähigkeit, aber auch knappe Personalressourcen.

Der Kanton Uri will diesen Rückgang aber stoppen, schliesslich hat das Wildheuen in den Alpen eine lange Tradition. Mit einem Förderprogramm soll die Nutzung ausgewählter Wildheugebiete erhalten und weiterentwickelt werden. In den nächsten sechs Jahren investiert der Kanton 1,5 Mio. Fr. in die Zukunft dieser Tradition.

Für Wieder- und Quereinsteiger

Im Rahmen des Förderprogramms wird nun Ende August zum zweiten Mal ein Wildheuerkus am Rophaien bei Flüelen UR durchgeführt. Er eigenet sich für Wiedereinsteiger aber auch für interessierte, neue Wildheuer und Wildheuerinnen, heisst es in der Ausschreibung.

Am Kurs können 10 Personen teilnehmen; genauso wie im letzten Jahr, als der Kurs erstmals durchgeführt worden war. Dies entspreche in etwa auch der Nachfrage, wie Thomas Ziegler von der Abteilung Natur- und Heimatschutz des Kantons Uri auf Anfrage sagte.

Von den 10 Teilnehmern des letztjährigen Kurses waren zwei bis drei Landwirte gewesen. Die anderen kamen aus dem städtischen Gebiet, sie waren interessiert am traditionellen Handwerk oder an der Pflanzenwelt.

Noch 15 Landwirte heuen grosse Flächen

In Uri, das eine Wildheufläche von 257 Hektaren aufweist, konnte sich das traditionelle Wildheuen bis heute zwar behaupten. Aktiv genutzt werden aber nur noch 75 Hektaren und noch rund 100 Bauern schultern aktuell ihr Werkzeug und machen sich auf den Weg in die «Wildi», sagte Ziegler. Von diesen 100 heuen noch höchsten 15 Landwirte wirklich grosse Flächen, das heisst, mehrere Hektaren.

Die Wildheusaison dauert in der Regel von Mitte Juli bis Ende September - je nach Schnee. In dieser Zeit ist auch der im letzten Jahr eröffnete Wildheuerpfad am besten begehbar. Dieser erstreckt sich auf einer Höhe von rund 1500 Metern über eine Strecke von gegen acht Kilometern. (sda)

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