Überwachung: Mit Sensoren im Boden Waldbrände verhindern
Aktualisiert

ÜberwachungMit Sensoren im Boden Waldbrände verhindern

Waldbrände können verheerende Folgen haben. Nun soll eine neue Methode dabei helfen, die Feuergefahr zu bestimmen.

von
Claudia Hoffmann
Feuer im trockenen Laub: Wie gross die Brandgefahr ist, soll die Messstation anzeigen.

Feuer im trockenen Laub: Wie gross die Brandgefahr ist, soll die Messstation anzeigen.

Auch wenn die warme Jahreszeit gerade erst begonnen hat: In der Schweiz wüteten bereits die ersten Waldbrände. In den Kantonen Tessin, Wallis und Graubünden herrscht teils erhebliche Brandgefahr. Der Grund: Durch die spärlichen Niederschläge sind Äste und Laub am Boden vielerorts sehr trocken. «Dadurch kann diese Streuschicht leicht Feuer fangen», sagt Marco Conedera von der Forschungsanstalt WSL in Bellinzona. Einmal entfacht können die Flammen sogar den Waldboden in Brand stecken und schliesslich auf die Bäume überspringen.

Um genauer vorhersagen zu können, wie gross die Gefahr in einer bestimmten Region ist, hat Conedera zusammen mit weiteren Forschern ein neues Messsystem entwickelt. Dieses erfasst mithilfe von Sensoren den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens in unterschiedlichen Tiefen. Die Daten werden stündlich über das Mobilfunknetz an eine Zentrale gesendet. «Sie bilden das Waldbrandrisiko sehr genau ab», sagt Conedera. Denn aus den Daten lässt sich nicht nur herauslesen, wie schnell die Streuschicht am Boden Feuer fangen könnte, sondern auch wie rasch sich dieses ausbreiten würde.

Fünf der Messstationen setzt der Kanton Tessin bereits seit einem Jahr in seinen Wäldern ein. Ob das System auch für Wälder auf der Alpennordseite geeignet ist, testet die WSL derzeit an fünf Standorten zwischen dem Genfersee und dem Schweizer Nationalpark in Graubünden.

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