Mit Sicherheit mehr Fluglärm
Aktualisiert

Mit Sicherheit mehr Fluglärm

Das neue Betriebsreglement für den Zürcher Flughafen soll die Sicherheit des Flugbetriebs verbessern. Sie bringt aber auch mehr Fluglärm für die betroffenen Gemeinden.

Zwei bisher über Deutschland angesiedelte Warteräume müssen in die Schweiz verlegt werden.

Das Gesuch für das vorläufige Betriebsreglement bilde weitgehend den heutigen Betrieb ab, stelle ihn aber auf eine neue Basis, sagte der Chef der Flughafenbetreiberin Unique, Josef Felder, am Dienstag an einer Medienkonferenz in Kloten. Das Betriebssystem ist für maximal 350.000 Flugbewegungen ausgelegt. Laut Felder kann es als Grundlage für das Mediationsverfahren zwischen den Interessengruppen dienen.

Die wichtigsten Neuerungen betreffen die Betriebszeiten, die Abflugrouten und die Warteräume. Neu soll am Zürcher Flughafen noch von 06.00 bis 23.00 Uhr geflogen werden, was eine Verlängerung der Nachtsperre um eineinhalb Stunden bedeutet. Bei Verspätungen soll die Flugzeit bis um 23.30 Uhr verlängert werden dürfen.

Im Gegenzug soll tagsüber eine flexiblere Nutzung der Pisten möglich sein. Wie vom BAZL gefordert, sollen die Abflüge auf Piste 16 und die Durchstarts auf Piste 14 entflochten werden. Dies führt dazu, dass die auf Piste 16 Richtung Süden startenden Maschinen später als bisher in einem so genannten «wide left turn» nach links abdrehen.

Erst vergangenen August waren wegen mangelnder Trennung zwei Flugzeuge fast zusammengestossen. Das BAZL hatte deshalb bereits per 12. Dezember 2003 eine Änderung angeordnet, wie vergangenen Sonntag publik wurde. Gemäss Unique-Angaben wird der «wide left turn» in rund einem Drittel der Starts von Piste 16 nötig sein. Mit der neuen Route will Unique die Kapazitätsbeschränkungen auffangen, welche die vom BAZL verfügten Massnahmen zur Folge haben.

Weitere Neuerungen betreffen die Warteräume. Diese müssen ganz in die Schweiz verlegt werden, was auch Folgen für die schon heute innerhalb der Landesgrenzen liegenden Warteräume hat. In Kraft treten das neue Betriebsreglement und die neue Luftraumstruktur voraussichtlich Ende Februar 2005.

Scharf kritisiert wurde das Unique-Gesuch vom Schwamendinger Verein Zürich-Nord gegen Fluglärm. Der erweiterte «left turn» diene einzig den Interessen der Flughafenbetreiberin und bürde der Bevölkerung von Zürich-Nord und dem Glatttal eine noch höhere Lärmbelastung auf. Der Gemeindepräsident von Wallisellen, Otto Halter, kritisierte ebenfalls das neue Abflugregime. Einsprachen der Gemeinde seien sicher. (dapd)

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