Mit Sound auf dem Velo: Eine Gefahr im Verkehr?
Aktualisiert

Mit Sound auf dem Velo: Eine Gefahr im Verkehr?

Immer mehr Velofahrer kurven mit Musik aus Ohrstöpseln durch die Stadt. «Kriminell», urteilt der Verkehrssicherheitsrat. Jetzt will ein Gemeinderat eine Anfrage dazu einreichen.

Während Automobilisten für das Hantieren am Handy mit saftigen Bussen bestraft werden, dürfen Velofahrer in voller Fahrt ungestraft an ihrem Musikplayer herumfummeln. Nur wer die Lenkvorrichtung mit beiden Händen loslässt, kassiert laut Stadtpolizei Zürich eine Busse von budgetfreundlichen 20 Franken. Der Verkehrssicherheitsrat sieht hier dringenden Handlungsbedarf. Präsident Hans-Ulrich Büschi: «Mit dröhnender Musik im Ohr ist ein

Velofahrer akustisch völlig

abgeschottet, was zu sehr

gefährlichen Situationen im Strassenverkehr führen kann.» Allein mit Geldstrafen bekäme man das Problem aber nicht in den Griff – Aufklärung tue Not. Büschis Vorschlag: «Das Thema muss in den Schulen angesprochen und in die Velokurse integriert werden.»

Auch SVP-Gemeinderat Guido Bergmaier findet: «Lautes Musikhören und Telefonieren auf dem Velo sind ebenso gefährlich wie am Steuer.» Nächsten Mittwoch will er eine schriftliche Anfrage im Gemeinderat einreichen, wie er gegenüber 20 Minuten bestätigt. «Es gilt abzuklären, ob sich der Stadtrat dieser Problematik bewusst ist und ob deswegen mehr Unfälle registriert worden sind.»

Alexandra Roder

Die IG Velo lanciert Petition

Die IG Velo hat gestern die Lancierung der Petition «VelofahrerInnenstadt – Jetzt» bekannt gegeben. Für den Veloverkehr sei die Situation in der Innenstadt sehr unbefriedigend. Der Stadtrat unternehme zu wenig, teilte die IG mit. Mit der Petition fordert sie «die schnelle Realisierung eines sicheren Veloroutennetzes, die Sanierung der Konfliktstellen mit dem Fussverkehr und ein Vorgehen der Polizei gegen Autofahrende, welche die Velofahrenden mit rücksichtslosem Verhalten aufs Trottoir treiben».

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