Geiselnahme in Brasilien: Mit Sprengstoff fordert er Rousseffs Rücktritt

Aktualisiert

Geiselnahme in BrasilienMit Sprengstoff fordert er Rousseffs Rücktritt

In Brasília hat ein Mann einem Hotelangestellten Sprengstoff umgebunden. Nach sieben Stunden Nervenkrieg stellte er sich schliesslich der Polizei.

von
kle

Dramatische Szenen spielten sich am Montag in Brasília ab: Ein Mann hatte einen Angestellten des Hotels Saint Peter in der brasilianischen Hauptstadt als Geisel genommen und hielt ihn auf einem Balkon im 13. Stock des Hotels gefangen. Am Körper der Geisel hatte der Täter Sprengstoff befestigt und drohte dem Mann mit einer Waffe. So forderte er den Rücktritt von Präsidentin Dilma Rousseff.

Es sei allerdings «nicht erwiesen, dass es sich tatsächlich um Sprengstoff handelt», teilte die Polizei mit. Später stellte sich nach Angaben der Zeitung «O Globo» ausserdem heraus, dass es sich bei der Waffe um eine Spielzeugpistole handelte.

Vor Ort waren neben mehreren Scharfschützen auch eine Kriseninterventionsgruppe, während die Behörden mit dem Mann in Kontakt standen. Dabei handelt es sich nach verschiedenen Berichten um einen ehemaligen Lokalpolitiker, den 30-jährigen Jac Souza dos Santos.

Sieben Stunden Nervenkrieg

Nach sieben Stunden Nervenkrieg ergab sich Souza schliesslich. Die Geisel wurde mit dem Helikopter ins Spital geflogen. Verletzt wurde niemand. Souza sei psychisch angeschlagen, hiess es.

Souza habe um 5.30 Uhr ins Hotel eingecheckt, schreibt «O Globo». Gegen 9 Uhr meldete ein Dienstmädchen, dass der Gast im 13. Stock randaliere. Daraufhin ging ein Concierge nachsehen - und wurde von Souza gefangen genommen. Daraufhin habe er die Rezeption angerufen und die Geiselnahme gemeldet. Souza erschien danach mehrfach mit der Geisel auf dem Balkon des Zimmers. Die Gegend um das Hotel war während des Vorfalls weiträumig abgesperrt und die rund 300 Gäste evakuiert worden.

Rousseff auf dem Weg zur Wiederwahl

Die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff liegt nach der neusten Umfrage im Wahlkampf vorne. Rousseff kommt auf 47,7 Prozent der Stimmen, ihre nächste Konkurrentin Marina Silva auf 38,7 Prozent. Brasilien wählt am kommenden Sonntag ein neues Staatsoberhaupt.

Deine Meinung