Gipfel in London: Mit Tee und Plätzchen gegen die G-20
Aktualisiert

Gipfel in LondonMit Tee und Plätzchen gegen die G-20

Mit Tee und Gebäck haben einige Demonstranten vor der Bank von England ein Protest-Picknick zum bevorstehenden G-20-Gipfel veranstaltet. Es handle sich hierbei aber bloss um die Ruhe vor dem Sturm.

Schon am Mittwoch würden tausende Globalisierungsgegner in London erwartet, prophezeiten die Veranstalter der Protestaktionen. Den 1. April erklärten sie vom «April Fools Day» zum «Financial Fools Day» (Tag der Finanznarren).

Banker sollen sich tarnen

Die Polizei hat sich schon seit langem auf Massendemonstrationen zum Weltfinanzgipfel eingestellt, zu dem auch der neue US-Präsident Barack Obama erstmals seit seinem Amtsantritt nach Europa reist. Die Londoner Handelskammer riet den Bankangestellten im Finanzzentrum der britischen Hauptstadt, in den kommenden Tagen nicht im üblichen Nadelstreifenanzug, sondern in Freizeitkleidung zur Arbeit zu gehen, um nicht zur Zielscheibe von Angriffen zu werden. Überall in der Stadt sind tausende Polizisten im Einsatz.

«Das ist eine Party und kein Aufruhr»

Premierminister Gordon Brown bekräftigte, dass die Beamten sofort einschreiten würden, wenn Ausschreitungen drohten. «Keine Gewalt kann toleriert werden, keine Einschüchterung von Menschen kann erlaubt werden», sagte er im Fernsehsender GMTV. Die Demonstranten, die am Dienstag vor der Bank von England Tee tranken, warfen den Behörden indessen vor, mit Übertreibungen die Gefahr einer Eskalation erst zu schüren. «Das ist eine Party und kein Aufruhr», hiess es auf einem ihrer Spruchbänder.

Am Mittwoch wollen Demonstranten von vier U-Bahn-Stationen aus zum Gebäude der Bank von England marschieren, um gegen die globale Wirtschafts- und Finanzkrise zu protestieren. Am vergangenen Samstag forderten bereits 35.000 Menschen in London neue Arbeitsplätze und mehr wirtschaftliche Gerechtigkeit. Die Demonstration verlief friedlich. (dapd)

Deine Meinung