«Frankenweenie»: Mit Tim Burton am Filmset
Aktualisiert

«Frankenweenie»Mit Tim Burton am Filmset

Tim Burton arbeitet zurzeit fieberhaft an der Neuverfilmung seines Werkes «Frankenweenie». 20 Minuten besucht ihn bei den Dreharbeiten und sieht, wie viel Herzblut der Kultregisseur und sein Team in diesen Film hineinstecken.

von
Philipp Portmann

Es weht ein eisig kalter Wind übers Gelände, doch im Innern der 3 Mills Studios arbeitet das Team um Tim Burton im T-Shirt . Man spürt an jeder Ecke die Begeisterung und Euphorie für diesen Film. Im Zentrum steht der junge Victor, der seinen Hund Sparky über alles liebt. Als dieser unerwartet stirbt, flickt der Junge den Hund wie in Mary Shelleys Roman "Frankenstein" wieder zusammen und haucht ihm mit einem Elektroschock neues Leben ein.

Wir warten in einem Vorraum auf Burton der den 3D schwarz/weiss Film mit der Stop-Motion-Technik dreht. Jede Bewegung der ca. 30 cm grossen Knetfiguren wird einzeln gefilmt und die Aufnahmen anschliessend aneinander montiert.

Dann geht die Tür auf und Burton begrüsst uns ganz in schwarz gekleidet und mit wilder Locken-Frisur. «Kommen Sie gleich mit, wir drehen in wenigen Momenten», sagt er und macht auf dem Absatz seiner abgetretenen Lederstiefel kehrt.

Kritischer Burton

Am Set angekommen richtet ein Mitarbeiter die Figur Victor ein letztes Mal aus. Burton betrachtet die Szenerie nachdenklich. Ihm gefällt der Gesichtsausdruck von Victor nicht. Sofort werden ins Atelier, das sich im Nebengebäude befindet, per Funk die Änderungen durchgegeben. Burton zeigt uns in der Zwischenzeit die weitere Hallen, an diesem Tag wird an fünf Sets gleichzeitig gearbeitet. Nur Minuten später wird in einem Transportkoffer, der uns an eine Geldübergabe erinnert, eine neue Figur gebracht.

Jetzt kann's losgehen. «Achtung, Aufnahme!» ruft Burton, die Kamera läuft an und einen Moment später ist diese Position gefilmt. Die Nächste wird vorbereitet, die Figur nur wenige Millimeter bewegt, um erneut gefilmt zu werden. An einem Tag entstehen so pro Set nur wenige Sekunden fertiger Film, ein gigantischer Aufwand.

Inspiration: Tod des Hundes

Burton nimmt uns mit ins Atelier, wo er uns die Hauptfigur, den Hund Sparky, zeigt. «Ich hatte als Jungen selber einen solchen Hund», sagt er wehmütig. «Wenn ein geliebtes Tier stirbt, ist das eine sehr schmerzliche Erfahrung. Mein Hund war krank, doch er lebte viel länger als prognostiziert. Das passt wunderbar zu dem Frankenstein-Mythos», erklärt Burton seine Motivation für diesen Film.

Für ihn geht ein jahrelanger Traum in Erfüllung: «Frankenweenie» sollte bereits Anfang der 80er Jahre ein Spielfilm werden, doch Budget-Probleme zwangen ihn daraus einen Kurzfilm zu machen. Damals schon wollte er seine Kindheitserfahrungen verarbeiten und mit der Spiessergesellschaft in seiner Stadt abrechnen. Jetzt, 28 Jahre später, wird daraus doch noch ein Abendfüllender Streifen mit Kultpotential, der am 11. Oktober 2012 in unsere Kinos kommt.

Video zu «Frankenweenie»

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