Evangelische Allianz: Mit treuen Ehepaaren gegen die Sex-Plakate
Aktualisiert

Evangelische AllianzMit treuen Ehepaaren gegen die Sex-Plakate

Mit Bildern von Paaren beim Sex betreibt der Bund HIV-Prävention. Das stört die Evangelische Allianz. Sie lanciert eigene Sujets: Diese zeigen Ehepaare, die Treue propagieren.

von
lüs

Fünf Paare liess das Bundesamt für Gesundheit (BAG) für seine Love-Life-Kampagne beim Sex fotografieren - 1900 Plakate hängen seit einer Woche in der ganzen Schweiz. Das stösst der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) sauer auf: Diese Bilder seien für viele Menschen anstössig. Bereits Ende Mai hatte die Organisation, die 630 landes- und freikirchliche Gemeinden vertritt, 10'000 Unterschriften für eine Petition gesammelt, in der das BAG gebeten wurde, den Aushang der Sexbilder zu stoppen - vergeblich.

Doch die SEA gibt nicht auf: Sie lanciert eine eigene Kampagne. In deren Mittelpunkt steht die Treue, die in der Ehe gelebt wird. Mitmachen sollen Ehepaare, indem sie ein Bild von sich zur Verfügung stellen, das die SEA dann im Stil der Love-Life-Kampagne layoutet. Dort, wo auf den Originalplakaten ein Kondom zu sehen ist, sind auf den Bildern der alternativen Kampagne die Umrisse eines Eherings zu erkennen.

«Treue schützt vor Reue»

«Die Ehepaare zeigen mit ihrem Bild, dass Sex verbunden mit gegenseitiger Treue schön und zudem die beste Aids-Prävention ist», sagt SEA-Generalsekretär Matthias Spiess. Bis am Montag hatten sich bereits 25 Paare für die Kampagne zur Verfügung gestellt.

Zu sehen sind die Bilder auf der SEA-Website und auf Facebook.«Verheiratet seit 10 Jahren - wir bereuen nichts», bekennen etwa Tom und Sandra. Daneben steht der Slogan: «Treue schützt vor Reue». Auf den Fotos der christlichen Eheleute ist im Gegensatz zu den BAG-Plakaten natürlich keine nackte Haut zu sehen.

BAG soll Werbung mit treuen Ehepaaren zahlen

Die SEA hält die Love-Life-Kampagne nicht nur für anstössig, sie widerspreche auch den Prinzipien des Jugendschutzes. Zu befürchten sei, dass künftig «immer sexistischere Bilder» auf den Plakataushängen zu sehen sein werden. Aus der Sicht der SEA wäre es besser, die alternative «Treue-Kampagne» zu zeigen. Sie hat das BAG nun gebeten, Gelder zu sprechen, um den Aushang ihrer Plakate zu ermöglichen. BAG-Sprecherin Catherine Cossy sagt auf Anfrage, dieses Gesuch werde nun geprüft.

Neben der SEA leisten auch andere Widerstand gegen die Kampagne: Eine Appenzeller Religionslehrerin überklebt die Plakate kurzerhand. Und 35 Kinder, Jugendliche und deren Eltern haben mit Unterstützung mehrerer christlicher Organisationen beim BAG ein Gesuch eingereicht, die Plakat-Aktion sofort zu stoppen.

Deine Meinung