Aktualisiert 11.05.2016 16:46

Indien

Mit über 70 das Mutterglück gefunden

Eine betagte Inderin hatte die Hoffnung auf Nachwuchs fast aufgegeben – bis sie über eine Anzeige für künstliche Befruchtung stolperte.

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Mohinder Singh Gill (79) und seine Frau Daljinder Kaur (ca. 72) sind überglücklich: Am 19. April 2016 kam ihr erster Sohn Armaan zur Welt.

Mohinder Singh Gill (79) und seine Frau Daljinder Kaur (ca. 72) sind überglücklich: Am 19. April 2016 kam ihr erster Sohn Armaan zur Welt.

AFP/Narinder Nanu
Lange hatten die beiden darauf gewartet. Vor rund zwei Jahren sah Kaur eine Anzeige für künstliche Befruchtung und meldete sich für die Behandlung an.

Lange hatten die beiden darauf gewartet. Vor rund zwei Jahren sah Kaur eine Anzeige für künstliche Befruchtung und meldete sich für die Behandlung an.

AFP/Narinder Nanu
Klinikdirektor Anurag Bishnoi hatte Mitleid mit dem Paar, weil es wegen seiner Kinderlosigkeit stigmatisiert worden sei.

Klinikdirektor Anurag Bishnoi hatte Mitleid mit dem Paar, weil es wegen seiner Kinderlosigkeit stigmatisiert worden sei.

AFP/Narinder Nanu

Daljinder Kaur aus Amritsar in Nordindien ist zum ersten Mal Mutter geworden – im Alter von über 70 Jahren. Ihr Sohn Armaan wurde durch künstliche Befruchtung in einer Spezialklinik im Bundesstaat Haryana gezeugt. Damit ist Kaur eine der ältesten Erstlingsmütter der Welt. Armaan kam bereits am 19. April zur Welt, der Fall wurde aber jetzt erst publik.

«Gott hat unsere Gebete erhört. Mein Leben fühlt sich nun komplett an», sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. «Ich fühle mich so energiegeladen. Mein Mann kümmert sich rührend um das Kind und hilft mir, so gut er kann.» Wie alt Kaur genau ist, kann sie nicht sagen, denn sie hat keine Geburtsurkunde – nichts Ungewöhnliches in Indien. Aber sie schätzt, dass sie zwischen fünf und sieben Jahre jünger ist als ihr Mann Mohinder Singh Gill und der ist mittlerweile 79. Die Klinik schätzte das Alter der Patientin laut «Strait Times» auf 72.

Der adoptierte Sohn ist weg

Daljinder und Mohinder sind seit 46 Jahren verheiratet und hatten schon fast alle Hoffnung auf Nachwuchs aufgegeben – bis sie eine Anzeige für künstliche Befruchtung sahen: «Wir haben uns gesagt, dass wir es versuchen müssen, weil ich doch wirklich ein Baby wollte», sagte Kaur.

In Indien wird Unfruchtbarkeit als eine Strafe Gottes angesehen, kinderlose Paare werden oft mit Argwohn betrachtet, schreibt der «Guardian». Der Betreiber der Klinik, Anurag Bishnoi, hatte grosses Mitleid mit dem Paar, weil es wegen seiner Kinderlosigkeit stigmatisiert worden sei. Nach einer Reihe von medizinischen Tests entschloss sich der Mediziner, den beiden zu helfen. Schliesslich sei die Mutter kerngesund.

1980 hat das Paar bereits einen Sohn adoptiert, nachdem es jahrelang versucht hatte, eigene Kinder zu zeugen. Dieser ging später für ein Studium in die USA und ist bis heute nicht zurückgekommen.

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