Versteckt in Apps: Mit Ultraschall Millionen von Handys ausspioniert
Publiziert

Versteckt in AppsMit Ultraschall Millionen von Handys ausspioniert

Forscher haben herausgefunden, dass auf Millionen Android-Handys Lauschsoftware installiert ist. Damit können Nutzer einfach überwacht werden.

von
swe
1 / 3
In mindestens 234 Android-Apps haben deutsche Sicherheitsforscher Spyware entdeckt, die mit Hilfe von Ultraschallsignalen Nutzer ausspionieren kann. Davon profitieren Firmen, da diese so den Kunden personalisierte Werbung ausspielen können.

In mindestens 234 Android-Apps haben deutsche Sicherheitsforscher Spyware entdeckt, die mit Hilfe von Ultraschallsignalen Nutzer ausspionieren kann. Davon profitieren Firmen, da diese so den Kunden personalisierte Werbung ausspielen können.

Flickr/Jean-EtienneMinh-DuyPoirrier/CCBY-SA2.0
Die Grafik zeigt, wie Ultraschallsignale mehr über den Nutzer verraten können. Links werden Signale von einem Fernseher ausgesandt, welche dann vom Mobiltelefon empfangen werden. Rechts ist zu sehen, wie von einem Gerät, beispielsweise einem Handy, Signale an ein anderes Gerät, beispielsweise ein Tablet, gesendet werden.

Die Grafik zeigt, wie Ultraschallsignale mehr über den Nutzer verraten können. Links werden Signale von einem Fernseher ausgesandt, welche dann vom Mobiltelefon empfangen werden. Rechts ist zu sehen, wie von einem Gerät, beispielsweise einem Handy, Signale an ein anderes Gerät, beispielsweise ein Tablet, gesendet werden.

TU Braunschweig
Weitere Möglichkeiten sind die Standortbestimmung durch beispielsweise einen Shop. Wenn dieser Signale verschickt die dann vom Mobiltelefon erkannt werden ist klar, dass sich der Nutzer in der Nähe des Ladens befindet. Rechts ist zu sehen wie Nutzer identifiziert werden, indem eine besuchte Website Ultraschallsignale aussendet und so die Person erkannt wird.

Weitere Möglichkeiten sind die Standortbestimmung durch beispielsweise einen Shop. Wenn dieser Signale verschickt die dann vom Mobiltelefon erkannt werden ist klar, dass sich der Nutzer in der Nähe des Ladens befindet. Rechts ist zu sehen wie Nutzer identifiziert werden, indem eine besuchte Website Ultraschallsignale aussendet und so die Person erkannt wird.

TU Braunschweig

Das elektronische Verfolgen von Geräten wie Mobiltelefonen, sogenanntes Tracking, kann Firmen mehr über die Gewohnheiten und Aktivitäten von Nutzern verraten. Eine Studie von Sicherheitsexperten der Technischen Universität Braunschweig zeigt nun, dass schon in mindestens 234 Android-Apps eine besondere Spyware versteckt ist, mit der Nutzer mit Ultraschall ausspioniert werden. Namen nennen die Forscher nicht.

Das funktioniert so, dass Werbetreibende über Lautsprecher an Fernsehern oder Computern für uns unhörbare Audiosignale im Ultraschallbereich senden, die dann vom Mikrofon des Handys erkannt werden. Die Daten werden mit weiteren Informationen, wie beispielsweise dem aktuellen Standort, kombiniert und über die Apps zurückgeschickt. Firmen können so einzelne Nutzer identifizieren und – selbst über mehrere Geräte hinweg – elektronisch verfolgen.

Was steckt dahinter?

Im Prinzip geht es darum, ein Profil zu erstellen, damit Nutzern personalisierte Werbung ausgeliefert werden kann. So würden Konzerne wie McDonald's die Technik für südostasiatische Filialen bereits einsetzen, schreibt Heise.de.

Bei der verwendeten Silverpush-Software ist problematisch, dass die Systeme im Hintergrund laufen, ohne dass dies der Nutzer mitbekommt.

Entwarnung bei TV-Programmen

Gerade im TV-Bereich würde sich die Technologie anbieten, da Ultraschallsignale problemlos in der Tonspur von Werbungen versteckt werden können. Deshalb haben die Forscher auch diesen Bereich untersucht, konnten allerdings keine entsprechenden Signale entdecken.

Für die Studie wurden TV-Streaming-Signale aus sieben Ländern, unter anderem aus Deutschland und den USA ausgewertet. Dass es keine Treffer gab, könnte allerdings auch daran liegen, dass die Tonspur fürs Internet separat aufbereitet wird und die Ultraschall-Zusätze dabei entfernt werden, ergänzen die Forscher.

Weil die Vögel es nicht von den Dächern zwitschern

20 Minuten Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie die neusten Trends und Gadgets aus der digitalen Welt.

Deine Meinung