A5-Ostast Biel: Mit Verkehr kommen auch Millionenforderungen

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A5-Ostast BielMit Verkehr kommen auch Millionenforderungen

Nach zehnjähriger Bauzeit fahren die ersten Autos über den neuen Autobahnabschnitt. Doch bereits am Montag müssen sich Richter mit dem Megaprojekt befassen.

von
cho

Luftaufnahmen des fertiggestellten Autobahnteilstückes. (Video zvg)

Seit Freitagmorgen rollen die Fahrzeuge über die neue Autobahnumfahrung der A5 im Osten der Stadt Biel. Nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit setzten Behördenvertreter von Bund, Kanton und Stadt symbolisch den letzten Baustein. Der A5-Ostast kostete 1,2 Milliarden Franken.

Am Freitag wurde das Strassenstück feierlich eröffnet. Die Autobahnumfahrung sei ein «wichtiger Meilenstein» für Biel und die gesamt Region, erklärte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer. Mit der Bündelung und Kanalisierung des Verkehrs werde ein Grossteil der Autos und Lastwagen aus der Stadt verschwinden.

Millionenbeträge vor Gericht

Der knapp fünf Kilometer lange Autobahnabschnitt verbindet die A16 Transjurane und die A5 Biel–Solothurn mit der Autostrasse A6 Biel–Bern. Mit der Bieler Ostumfahrung sei die Fertigstellung des schweizerischen Nationalstrassennetzes wieder ein Stück näher gerückt, sagte Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen (Astra).

Doch während Projektverantwortliche das Verbindungsstück feiern, müssen sich nächste Woche bereits Richter damit beschäftigen. Wie die «Berner Zeitung» schreibt, verlangt das zuständige Baukonsortium von seinen Auftraggebern Bund und Kanton rund 40 Millionen Franken. Dies, weil sie beim Tunnelbau auf schwierigere Bedingungen gestossen seien als ursprünglich vorgesehen. Am Montag und Dienstag soll das Gericht entscheiden, ob die Millionenbeträge noch aktuell sind. Bis ein Urteil gesprochen wird, dürfte es noch lange dauern.

Unmut wegen Signalisation

Beim nun eröffneten Ostast sorgt auch die Signalisation für Unmut. In der zweisprachigen Stadt Biel hat man wenig Verständnis dafür, dass Anzeigen wie «Biel-Ost» auf den Signaltafeln nur in deutscher Sprache erscheinen. Aus Protest blieb der welsche Bieler Gemeinderat Cédric Némitz den Eröffnungsfeierlichkeiten fern, wie er auf Twitter angekündigt hatte.

Laut Bundes- und Kantonsbehörden ist die einsprachige Signalisation jedoch Usus auf dem gesamten Nationalstrassennetz. Allzu lange Namen könnten die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, so die Begründung. Auf Bundesebene ist ein Vorstoss des bern-jurassischen SVP-Nationalrats Manfred Bühler hängig, der eine Anpassung der Gesetzgebung fordert.

Umstrittener Westast

Das Astra ist noch nicht fertig in Biel. Zur dauerhaften Entschärfung der Verkehrssituation in der Region brauche es auch den West-Ast, sagte Astra-Direktor Röthlisberger. Dieser befindet sich erst in Planung und ist – anders als der Ostast – umstritten. Umweltverbände und die Bürgerbewegung «Westast so nicht!» wehren sich insbesondere gegen die Streckenführung.

Während in Biel das neue Autobahnteilstück eröffnet wurde, wurden in Bern gleichzeitig 10'000 Unterschriften gegen das Projekt West-Ast eingereicht. (cho/sda)

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