Aktualisiert 08.12.2008 15:11

BernMit Verkehrsunfällen Versicherungsgelder ergaunert

39 Verkehrsunfälle soll ein 40-jähriger Schweizer provoziert haben, um Versicherungsleistungen zu beziehen. Am Montag hat vor dem Kreisgericht Bern-Laupen der Prozess gegen ihn begonnen. Der Angeschuldigte bestreitet die Vorwürfe.

Gewerbsmässiger Betrug, Sachbeschädigung, Störung des öffentlichen Verkehrs sowie weitere Delikte werden dem Monteur vorgeworfen. Indem er die Unaufmerksamkeit, die Fehleinschätzung oder einen Fahrfehler anderer Verkehrsteilnehmer ausnützte, soll er mit seinem Personenwagen Unfälle herbeigeführt haben.

Für Sachschäden an seinen teils vorbeschädigten Autos hat er von den Haftpflichtversicherungen der anderen Unfallbeteiligten Leistungen im Umfang von 96 000 Franken beansprucht. Weiter hat er für Schäden an seiner Person 125 000 Franken geltend gemacht.

Verdächtige Häufung

Verdacht kam auf, als eine Unfallbeteiligte gegenüber ihrer Versicherung trotz Verurteilung daran festhielt, der Zusammenstoss sei wegen eines Schikanestopps erfolgt. Die Versicherung stellte Nachforschungen an und fand heraus, dass sie sechs ältere Fälle mit dem Angeschuldigten als Geschädigtem hatte.

So viele Kollisionen zu haben, ist nicht der normale Lauf der Dinge, erklärte der Vertreter der Versicherung vor Gericht. Erkundigungen in der Branche hätten dann ergeben, dass eine zweite Gesellschaft ebenfalls wegen einer Unstimmigkeit stutzig geworden und auf mehrere Schadensansprüche des Angeklagten gestossen war.

Arbeitsunfall während Arbeitsunfähigkeit

Weitere Fälle bei anderen Versicherern wurden durch die Ermittlungen der Polizei bekannt. Im Überweisungsbeschluss hält die Untersuchungsbehörde unter anderem fest, der Angeschuldigte habe während einer angeblichen Arbeitsunfähigkeit einen Arbeitsunfall erlitten und dafür dann weitere Taggelder bezogen.

Die Verkehrsunfälle ereigneten sich vor allem in Bern und Umgebung, aber auch in Zürich und in den Kantonen Solothurn und Waadt. Der Zeitraum erstreckt sich von 1995 bis 2005.

Wegen des Verdachts auf Betrug ist in acht Fällen noch kein Geld geflossen. Vier Versicherungen und eine Privatperson treten im Prozess als Privatkläger auf. Der Staatsanwalt nimmt ebenfalls teil. Das Urteil wird für Donnerstag oder Freitag erwartet.

(sda)

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