Sirnach TG: Mit Videokameras gegen Schulhaus-Vandalen

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Sirnach TGMit Videokameras gegen Schulhaus-Vandalen

Bei der Schulanlage Grünau häufen sich Vandalenakte. Erst kürzlich wurde der Büchereinwurf der Bibliothek angezündet. Nun will die Schulbehörde das Areal mit Kameras überwachen.

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taw

«Wir haben langsam Routine darin, am Samstag oder Montag mit der Polizei zusammen Protokolle auszufüllen», sagt Gabriel Walzthöny, Liegenschaftsvorsteher der Volksschulgemeinde Sirnach. Immer wieder wird die Schulanlage Grünau von Vandalen heimgesucht. Auf dem Areal gehen sowohl Primar- wie auch Oberstufenschüler zur Schule. Der vorläufige Höhepunkt ereignete sich Ende April beim Sekundarschulzentrum, als der Büchereinwurf der Bibliothek angezündet wurde. «Der reine Sachschaden beläuft sich auf 8500 Franken», so Walzthöny gegenüber der «Thurgauer Zeitung». «Dabei hatten wir Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Die Brandstifter sind wohl selber erschrocken und haben den qualmenden Einwurf aus der Halterung gerissen.» Eine Joggerin habe den Rauch entdeckt und dann die Polizei alarmiert.

Schon 30'000 Franken Schaden

Walzthöny hat seit letztem Herbst über ein Dutzend gröbere Vorfälle akribisch aufgelistet. Fazit ist eine Schadenssumme von rund 30'000 Franken. «Dazu kommt noch der Arbeitsaufwand unserer Hauswarte», so der Liegenschaftsvorsteher.

Laut Walzthöny sind Sprayereien die häufigste Art der Sachbeschädigung. Doch auch Steinwürfe gegen Fensterscheiben und Glastüren sowie eingeschlagene Briefkästen und Bäume, die umgeknickt wurden, stehen auf Walzthönys Schadensliste. «An Halloween wurde zudem die Fassade mit Eiern und Tomaten beworfen – das hat sich regelrecht eingefressen.»

Inzwischen konnten einige Täter überführt werden, darunter Oberstufenschüler und Jugendliche aus der Umgebung. Gegen diese wurde Strafanzeige erstattet. Zudem wird ihnen laut Walzthöny der verursachte Sachschaden in Rechnung gestellt.

Trotz Securitas-Patrouillen gelang es bislang nicht, dem Treiben Einhalt zu gebieten. «Es wäre zu kostenintensiv gewesen, die Patrouillen rund um die Uhr einzusetzen», so Walzthöny. Deshalb will man die Schulanlage künftig mit Videokameras überwachen. In der nächsten Sitzung der Schulbehörde, die noch diesen Monat stattfindet, will man die Massnahme genauer besprechen. «Für diese sinnlose Zerstörungswut habe ich kein Verständnis», so Schulpräsident Urs Schrepfer gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Rechtliche Grundlangen geklärt

Das Vorhaben dürfte nicht bei allen auf Wohlwollen stossen. Die rechtlichen Voraussetzungen hat Walzthöny deshalb bereits abgeklärt: «Massgebend ist das kantonale Datenschutzgesetz. Wir müssen dafür sorgen, dass auf die Überwachung gut sichtbar hingewiesen wird, dass klar geregelt ist, wer auf die Aufzeichnungen Zugriff hat und schliesslich dass die Aufzeichnungen nach spätestens 100 Tagen gelöscht werden.» Laut einer ersten Offerte soll die Installation rund 60'000 Franken kosten. «Ziel der Kameras ist in erster Linie die Abschreckung. Und wer nichts zu verbergen hat, für den sind die Kameras auch kein Problem», räumt Walzthöny Vorbehalte aus dem Weg.

Für Andreas Schmidt von der Grünen Ortsgruppe Sirnach ist damit aber nicht alles geklärt. «Das Problem ist nicht einfach gelöst, nur weil man Kameras installiert», so Schmidt. Damit würde sich die Vandalen-Szene nur verschieben. Wichtig sei deshalb eine Gesamtschau des Problems.

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