Aktualisiert 17.01.2019 16:41

Zurück auf der SkipisteMit Vonngas zum Rekord – ohne Rücksicht

Noch einmal wagt Lindsey Vonn ein Comeback, dann ist aber bald Schluss mit ihrer Karriere. Wie viel Sinn macht das noch?

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Lindsey Vonn ist zurück auf der Skipiste. Hier besichtigt die Amerikanerin die Abfahrtsstrecke in Cortina d'Ampezzo.

Lindsey Vonn ist zurück auf der Skipiste. Hier besichtigt die Amerikanerin die Abfahrtsstrecke in Cortina d'Ampezzo.

kein Anbieter/Francis Bompard/Getty Images
Vonn fährt im ersten Training auf den 10. Platz. Das zweite Training lässt sie aus.

Vonn fährt im ersten Training auf den 10. Platz. Das zweite Training lässt sie aus.

kein Anbieter/Francis Bompard/Getty Images
Mit dabei ist natürlich auch Hund Lucy.

Mit dabei ist natürlich auch Hund Lucy.

AFP/Tiziana FABI

Jetzt ist es ja auch egal. Sagt sie selber. Und gibt für die letzten paar Rennen Vollgas. Lindsey Vonn sagt: «Ich habe die Rennen zuletzt mit kalkuliertem Risiko bestritten. Jetzt ist das anders aus: Ich fahre nur auf Sieg. Mir ist egal, was passiert.»

Bei den Speedrennen von Cortina d'Ampezzo an diesem Wochenende wagt die Amerikanerin das wohl letzte Comeback ihrer Karriere. Im November hatte sie sich wieder einmal am Knie verletzt und anschliessend erklärt, dass nun der Spätherbst der Karriere angebrochen sei. «Mein Körper hält das nicht länger aus. Ich muss aufhören, um keine Probleme zu bekommen, wenn ich älter bin», sagte sie.

Ermutigende Trainings

Spätestens nach den Lake-Louise-Rennen im November 2019, zu Beginn der kommenden Saison, wird sie die Ski endgültig in die Ecke stellen. 19 Jahre nach ihrem Weltcupdebüt in einem Slalom in Aspen am 18. November 2000.

Wie konkurrenzfähig die Amerikanerin in ihren letzten Rennen noch ist, muss sich erst zeigen. Die Trainingsresultate vom Donnerstag waren einigermassen ermutigend: Im ersten Teil klassierte sich Vonn auf dem 10. Rang, im zweiten (das die Schweizerin Corinne Suter gewann) schonte sie Kräfte.

Warum tut sich das die ambitionierte 34-Jährige überhaupt noch an? Die Verletzungsgefahr nimmt ja nicht ab – gerade an diesem Wochenende auf der schwierigen Tofana von Cortina. Doch Vonn ist von Siegeslust getrieben – und angestachelt durch die Tatsache, dass ein Date mit der Skigeschichte winkt. Sie steht bei 82 Weltcupsiegen, bis zum Rekord von Ingemar Stenmark fehlen nur noch vier. Allein in dieser Saison stehen noch sechs Abfahrten an, hinzu kommen die beiden von Lake Louise – und der eine oder andere Super-G.

Nach den Sternen geschossen

«Niemals hätte ich daran geglaubt, dass dieser Rekord für mich oder für irgendjemanden möglich sein würde», sagt sie. «Es war auch gar nie mein Traum, mein Traum war eine Teilnahme an den Olympischen Spielen.» Aber, fügt sie an: «Wenn man nach den Sternen schiesst, kann es auch sein, dass man etwas trifft.»

Andererseits ist es ihr jetzt ja «egal, was passiert». Und das gilt womöglich auch für den Rekord des schwedischen Supertechnikers der Siebziger- und frühen Achtzigerjahre. Selbst falls Vonn die Marke von 86 Weltcupsiegen übertreffen sollte, dürfte sie diesen Rekord nicht allzu lange halten: Marcel Hirscher und Mikaela Shiffrin nähern sich schnell.

Der Österreicher steht bei 67 Siegen und zeigt derzeit kein Nachlassen. Nach seiner Wengen-Premiere vor einem Jahr will er am Sonntag im Berner Oberland nachdoppeln. Noch eindrücklicher die Dominanz der Amerikanerin, die bei 53 Erfolgen steht, zuletzt als bislang einzige Fahrerin in der Geschichte des Ski-Weltcups in einem Kalenderjahr 15 Siege feierte. Und: Shiffrin hat noch nicht einmal ihren 24. Geburtstag gefeiert.

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