Schottische Lösung: Mit Whiskey-Abfällen Radioaktivität bekämpfen
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Schottische LösungMit Whiskey-Abfällen Radioaktivität bekämpfen

Nachdem es dem Whiskey Geschmack und Alkohol beschert hat, könnte das Getreide künftig weiterverwertet werden: in einem schottischen Kernkraftwerk.

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fee

Was tun mit radioaktiven Abfällen? Diese Frage beschäftigt Forscher weltweit. In der schottischen Grafschaft Caithness belässt man es nicht bei theoretischen Überlegungen, sondern lässt Taten folgen – zumindest versuchsweise.

Aktuell untersuchen Forscher des Environmental Research Institute (ERI) im mittlerweile stillgelegten Kernkraftwerk Dounreay (siehe Box), wie gut Seegras, Krabbenschalen, Kaffeesatz und Getreide-Rückstände (Treber) aus der Whiskey-Produktion stark strahlendes Strontium-90 binden können. Das radioaktive Isotop ist in den flüssigen Abfällen innerhalb der Kraftwerk-Schächte nach wie vor in grossen Mengen vorhanden.

Bislang wird die sogenannte Biosorption – die Fähigkeit von Mikroorganismen wie Bakterien, Algen, Hefen und Pilzen, Schwermetalle aus wässerigen Lösungen aufzunehmen und anzureichern – unter anderem zur Reinigung von Abwässern, die durch Arsen, Kupfer und Quecksilber belastet sind, eingesetzt. Nun soll es sich auch punkto radioaktiver Abfälle bewähren.

Kernkraftwerk Dounreay

Das Kraftwerk an der Nordküste Schottlands wurde im Laufe der Zeit als Schneller Brüter (Kernreaktor, der der Energiegewinnung mit gleichzeitiger Erzeugung weiteren spaltbaren Materials dient), Wiederaufbereitungsanlage und Endlager genutzt. Im Mai 1977 war mit alledem Schluss, als ein flüssiges Gemisch aus Natrium und Kalium in einen 56 Meter tiefen Schacht gelassen wurde und dieser aufgrund einer chemischen Reaktion explodierte, wodurch Radioaktivität freigesetzt wurde. Seither wird nach einer Lösung gesucht, das strahlende Material sicher zu entsorgen.

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