01.10.2014 09:03

Basler Studie

Mit Wii-Spielen gegen Parkinson-Symptome

Bewegungsspiele mit der Wii-Konsole helfen Parkinson-Patienten mehr als speziell für sie entwickelte Computerprogramme - besonders in puncto Aufmerksamkeit.

von
fee
Ein Spielabend mit der Konsole hilft Parkinson-Patienten.

Ein Spielabend mit der Konsole hilft Parkinson-Patienten.

Zitternde Muskeln - das kommt wohl den meisten Menschen in den Sinn, wenn es um das Thema Parkinson geht. Doch viele Betroffene haben auch mit weiteren Problemen wie einem veränderten Wesen, Halluzinationen und kognitiven Einschränkungen wie beispielsweise Aufmerksamkeitsstörungen zu kämpfen.

Nun haben Basler Forscher in einer Studie gezeigt, dass sich die geistigen Fähigkeiten der Patienten deutlich verbessern liessen, wenn diese während mehrerer Wochen immer wieder mit der Nintendo-Konsole Wii spielten, wie es im UniNova-Magazin der Universität Basel heisst. Denn dabei bewegten sie sich mit vollem Körpereinsatz und kämpften mithilfe der sogenannten Nunchucks - spezielle Fernbedienungen, die ihre Bewegungen registrierten - gegen virtuelle oder reale Gegner.

Mindestens gleich gut wie Spezialprogramm

Das Team um Peter Fuhr vom Unispital Basel liess die Testpersonen Spiele wie Tischtennis oder Bogenschiessen spielen und verglich anschliessend deren Effekt mit einem speziell für Parkinson entwickelten Computerprogramm, das spezifisch kognitive Fähigkeiten trainiert. Vor und nach den vierwöchigen Trainings wurden alle Probanden in fünf kognitiven Bereichen getestet.

Dabei zeigte sich, dass die Parkinsonpatienten von gewöhnlichen Spielkonsolen mindestens gleich viel profitierten wie von dem Spezialprogramm. Im Bereich Aufmerksamkeit erzielten die Wii-Spiele sogar bessere Resultate. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal «Neurology» veröffentlicht.

Die Forscher schliessen daraus, dass Spielkonsolen eine günstige und unterhaltsame nichtmedikamentöse Ergänzung zur Medikamenten-Therapie sein könnten.

(fee/sda)

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