St. Gallen: Mitarbeiterin klaute im Altersheim Medikamente
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St. GallenMitarbeiterin klaute im Altersheim Medikamente

Mitarbeiterinnen eines Altersheimes in der Stadt St. Gallen wurden verdächtigt, unbefugt Medikamente an Bewohner abzugeben. Dieser Verdacht hat sich nicht bestätigt. Eine Mitarbeiterin aber hatte Medikamente zum Eigengebrauch entwendet.

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Mehrere Mitarbeiterinnen des Alterszentrums Schäflisberg in St. Gallen wurden verdächtigt, unerlaubt Medikamente an Heimbewohnerinnen abgegeben zu haben. 

Mehrere Mitarbeiterinnen des Alterszentrums Schäflisberg in St. Gallen wurden verdächtigt, unerlaubt Medikamente an Heimbewohnerinnen abgegeben zu haben.

KEYSTONE/Symbolbild
Durch das interne Kontrollsystem wurde vergangenen Oktober entdeckt, dass Medikamente fehlten.

Durch das interne Kontrollsystem wurde vergangenen Oktober entdeckt, dass Medikamente fehlten.

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Es kam zu einem Polizeieinsatz im Heim, worauf vier Mitarbeiterinnen fristlos entlassen wurden. 

Es kam zu einem Polizeieinsatz im Heim, worauf vier Mitarbeiterinnen fristlos entlassen wurden.

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Darum gehts

  • Mitarbeiterinnen des Alterszentrums Schäflisberg in der Stadt St. Gallen wurden verdächtigt, unerlaubt Medikamente an Bewohnerinnen abgegeben zu haben.
  • Der Verdacht hat sich nicht erhärtet.
  • Gegen eine ehemalige Mitarbeiterin wird wegen mehrfachen Diebstahls ermittelt.
  • Sie habe Medikamente für den Eigengebrauch entwendet.

Mehrere Mitarbeiterinnen des Alterszentrums Schäflisberg standen unter Verdacht, während der Nachtschicht rezeptpflichtige Beruhigungsmittel entwendet und diese an Heimbewohnerinnen abgegeben zu haben. Den Pflegerinnen vom Tagdienst war aufgefallen, dass die Bewohnerinnen am Tag auffällig schläfrig waren. Gegen zwei Personen lief deswegen eine Strafuntersuchung durch die Staatsanwaltschaft.

Mitarbeiterin stahl Medikamente

Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Oktober. Durch das interne Kontrollsystem im Heim wurde entdeckt, dass Medikamente fehlten. Die Heimleitung erhob Strafanzeige und informierte die Polizei, die kantonale Heimaufsicht, die Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Hausärzte. Es kam zu einem Polizeieinsatz im Heim. Dabei wurden Medikamente in Garderobenschränken gefunden. Vier Mitarbeiterinnen wurden darauf fristlos entlassen, weil sie der internen Weisungen zum Medikamentenhandling nicht eingehalten hatten. Gegen zwei dieser Mitarbeiterinnen nahm die Staatsanwaltschaft St. Gallen Ermittlungen auf.

Der Verdacht der unbefugten Medikamentenabgabe an drei Bewohnerinnen habe sich nun aber nicht bestätigt, heisst es am Dienstag in einer Mitteilung der Heimleitung. Tatsache sei, dass eine Bewohnerin einmalig ein ihr nicht verordnetes Medikament eingenommen habe. In einer Urinprobe wurden Spuren eines Beruhigungsmittels gefunden. Wer ihr die Tablette gegeben habe oder ob die Frau selbst danach verlangte,
habe sich nicht zweifelsfrei nachweisen lassen. Die Bewohnerin habe keine Gesundheitsschäden erlitten.

Die beiden ehemaligen Mitarbeiterinnen hätten im Rahmen des Verfahrens zugegeben, dass sie die Sorgfaltspflicht und die Weisungen im Umgang mit rezeptpflichtigen Medikamenten verletzt haben - etwa in der vorschriftswidrigen Aufbewahrung in ihren Arbeitskleidern. Dieses Verhalten werde von der Staatsanwaltschaft als nicht strafbar gewertet.

Eine der beiden Beschuldigten habe im Strafverfahren zugegeben, mehrfach verschreibungspflichtige Medikamente im Altersheim gestohlen zu haben, jedoch ausschliesslich zum Eigengebrauch.

Verfahren stehen vor Abschluss

Die beiden Verfahren stünden vor dem Abschluss, sagte die Sprecherin der St. Galler Staatsanwaltschaft Beatrice Giger auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Gegen eine ehemalige
Angestellte des Altersheims sei ein Strafbefehl wegen Medikamentendiebstahls zu erwarten. Dagegen werde das Verfahren wegen des Verdachts der «Aussetzung» (Art. 127 StGB) voraussichtlich eingestellt. Beim Verfahren gegen eine zweite Mitarbeiterin sei eine Einstellung wegen desselben Tatbestands zu
erwarten.

Aussetzung

«Aussetzung» ist ein Gefährdungsdelikt. Wer einen Hilflosen, der unter seiner Obhut steht oder für den er zu sorgen hat, einer Gefahr für das Leben oder einer schweren unmittelbaren Gefahr für die Gesundheit aussetzt oder in einer solchen Gefahr im Stiche lässt, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.

(SDA, leo)

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