Mitrechnen im Kampf gegen Malaria
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Mitrechnen im Kampf gegen Malaria

Im Kampf gegen die Infektionskrankheit Malaria setzen Forscher aus Basel und Genf auf die Hilfe von privaten PC- Besitzern. Diese sollen einem Programm, das die Ausbreitung der Krankheit erforscht, Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung stellen.

Das Rechenprogramm des Basler Tropeninstituts und des Genfer Kernforschungszentrums CERN simuliert die Ausbreitung der Malaria und die Auswirkungen der Krankheit auf die Menschen in Afrika. Je mehr Simulationen ausgeführt werden, desto aussagekräftiger sind die Resultate.

Weil solche mathematische Modelle enorme Rechenleistungen erfordern, kamen die Forscher auf die Idee, das brach liegende Potenzial in privaten Haushalten anzuzapfen.

Interessierte Personen können die Software auf ihren Heimcomputer laden. Das Programm arbeitet typischerweise im Hintergrund als Bildschirmschoner und benutzt Rechenleistung des Computers, die vom Anwender gerade nicht gebraucht wird. Jeder PC- Besitzer kann selbst entscheiden, wie viel Rechenleistung er zur Verfügung stellen will.

2000 Beteiligte

Die Resultate werden in regelmässigen Abständen auf einen Server in Genf geladen, wo sie von den Forschern ausgewertet werden. Bis jetzt beteiligen sich 2000 Personen an dem Projekt, wie François Grey vom CERN auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Der Einbezug Privater eröffnet den Forschern ganz neue Möglichkeiten, wie Tom Smith vom Basler Tropeninstitut sagt. «Innert einigen Monaten haben wir so mehr epidemiologische Berechnungen durchgeführt, als wir es mit unseren eigenen Rechnern in mehreren Jahren hätten tun können.»

An dem Projekt sind neben dem CERN und dem Tropeninstitut auch Forscher aus Mali und Kamerun beteiligt. Zudem helfen Nichtregierungsorganisationen wie die «Informatiker ohne Grenzen» mit.

Millionen sterben

In Afrika sterben Jahr für Jahr rund eine Million Menschen an Malaria. Bei Kindern unter fünf Jahren ist die Krankheit hier gar Todesursache Nummer eins.

Mathematische Modelle, wie jenes beim Projekt des Tropeninstituts und des CERN, sind wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit zu erforschen. Sie können Hinweise darauf geben, welche Strategien zur Bekämpfung der Krankheit besonders erfolgversprechend sind. (sda)

Vom Erfolg überrollt

Beim Projekt «Africa@home» haben sich laut den Projektverantwortlichen beim CERN bereits 2000 User registriert. Damit wurden genug User für die erste Phase gefunden, die ihren PC mitrechnen lassen. Vorderhand soll man sich nicht mehr anmelden können. Wann das Projekt wieder neue User zum Mitrechnen sucht, lässt sich auf der Projekt-Page verfolgen.

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