Aktualisiert 01.06.2010 12:29

Münchner SchlägerprozessMitschüler zur Befragung vorgeladen

Zwei ehemalige Mitschüler der drei Schweizer «Schläger von München» sind von der Zürcher Jugendanwaltschaft zur Befragung vorgeladen worden.

Ein Rechtshilfeersuchen des Münchner Landgerichts wird mit der Zeugenbefragung von zwei Jugendlichen vollzogen. Gegen die Anwesenheit der deutschen Behördenvertreter sei keine Beschwerde eingegangen, sagte der Zürcher Jugendanwalt Stierli am Dienstag auf Anfrage der SDA. Damit stehe der Befragung nun nichts mehr im Wege.

Die Befragung wird laut Stierli eine Jugendanwältin vornehmen. Der Fragenkatalog der Münchner Behörden sei bei der Jugendanwaltschaft eingegangen. An der Befragung mit dabei sein dürfen die Münchner Richter, die zuständige Staatsanwältin, die Verteidiger der drei Angeklagten sowie die Geschädigtenvertreter. Sie haben das Recht, Ergänzungsfragen zu stellen.

Befragung am 16. Juni

Wie der stellvertretende Pressesprecher der Staatsanwaltschaft München I, Thomas Steinkraus-Koch, sagte, findet die Befragung aller Voraussicht nach am 16. Juni statt.

Die beiden Jugendlichen, damalige Mitschüler der drei Angeklagten im Münchner Schlägerprozess, waren schon auf den 11. März als Zeugen ans Gericht aufgeboten worden. Sie erschienen damals aber nicht. Eine Befragung per Video wurde erwogen, aber wieder verworfen. Schliesslich hatte das Gericht eine persönliche Befragung in der Schweiz beschlossen.

Prozess in München geht am Mittwoch weiter

Die Zeugen waren dabei gewesen, als die drei Angeklagten im Juni 2009 in der Münchner Innenstadt innert wenigen Minuten wahllos fünf Menschen brutal zusammenschlugen und zum Teil lebensgefährlich verletzten. Die drei sind des gemeinschaftlich versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Ihnen drohen bis zu zehnjährige Freiheitsstrafen.

Morgen Mittwoch geht in München der Prozess gegen die drei ehemaligen Schüler der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht (ZH) weiter. Es werde aber nicht über die Verhandlung informiert, kündigte die Pressestelle des Münchner Landgerichts an.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.