Mitsubishi hält an Kooperation mit DaimlerChrysler fest
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Mitsubishi hält an Kooperation mit DaimlerChrysler fest

Der angeschlagene japanische Autohersteller Mitsubishi Motors (MMC) hält an seiner Zusammenarbeit mit seinem Grossaktionär DaimlerChrysler fest.

Er schliesst aber eine Allianz mit einem anderen Partner nicht aus.

«Die Allianz hat viele Vorteile, indem wir uns Investitionen und Entwicklungskosten teilen, und deshalb wird DaimlerChrysler ein wichtiger Partner bleiben», sagte MMC-Finanzchef Keiichiro Hashimoto am Freitag auf der ausserordentlichen Hauptversammlung in Tokio.

Grosse Herausforderung

Der neue Konzernchef Yoichiro Okazaki sagte, dass Mitsubishi Motors vor der grössten Herausforderung seiner Geschichte stehe: «Ich will alles tun, was ich kann, um das Unternehmen wieder auf die Beine zu stellen.»

Die Hauptversammlung wählte den Manager von Mitsubishi Heavy zum Nachfolger von Rolf Eckrodt. Der seit 2002 amtierende Eckrodt war Anfang Woche zurückgetreten. Der 61-Jährige hatte vor seinem Wechsel nach Japan 38 Jahre für DaimlerChrysler gearbeitet.

Unmut und Unsicherheit

Die abrupte Aufkündigung der finanziellen Unterstützung bei der Sanierung von MMC durch DaimlerChrysler hatte für Unmut in Japan gesorgt. Es herrschte Unsicherheit, ob Mitsubishi die Allianz mit den Deutschen aufrechterhalten wolle.

DaimlerChrysler und MMC betreiben ein gemeinsames Werk für den viersitzigen «Smart forfour» und den Mitsubishi Colt in den Niederlanden, arbeiten an einem «Welt-Motor» und produzieren in China und den USA zusammen.

Okazaki schloss aber nicht aus, dass Mitsubishi nach einem allfälligen Verkauf der 37-Prozent-Beteiligung durch DaimlerChrysler einen neuen industriellen Partner suchen könnte. DaimlerChrysler-Finanzchef Manfred Gentz hatte am Donnerstag bekräftigt, dass der Konzern die Beteiligung behalten wolle.

Neuer Sanierungsplan

Derweil schmieden die Aktionäre aus der Mitsubishi-Gruppe an einem neuen, billigeren und weniger radikalen Sanierungsplan. Er soll nach Angaben aus Kreisen des Mitsubishi-Konglomerates ein Volumen von rund 250 Mrd. Yen (2,9 Mrd. Fr.) haben.

Den Löwenanteil des Geldes sollen die drei Grossaktionäre Mitsubishi Heavy, das Handelshaus Mitsubishi Corp und die Bank of Tokyo-Mitsubishi im Form einer Kapitalerhöhung beisteuern. Der Rest soll von anderen Investoren kommen, wie es hiess.

Werkschliessungen in Japan sehe der Plan nicht mehr vor, und das Geländewagen-Werk für den «Pajero» solle erhalten bleiben. Doch solle die Produktion am Billigstandort Philippinen verzehnfacht werden. (sda)

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