Aktualisiert 13.02.2009 13:02

AutokriseMitsubishi und Mazda geben Gewinnwarnungen aus

Nach Quartalsverlusten haben die japanischen Autohersteller Mitsubishi und Mazda am Mittwoch rote Zahlen für das Gesamtjahr angekündigt.

Mitsubishi erwartet für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr erstmals seit drei Jahren ein Minus. Der Nettoverlust soll sich auf 60 Milliarden Yen (523 Millionen Euro) belaufen. Mazda sagte einen Fehlbetrag von 13 Milliarden Yen (113 Millionen Euro) voraus.

Bisher hatte Mitsubishi, der viertgrösste japanische Autobauer, einen Gewinn von 20 Milliarden Yen prognostiziert. Mazda, die Nummer 5 im Land, hatte sogar 50 Milliarden Yen Reingewinn vorausgesagt.

Beide Unternehmen leiden unter einem beispiellosen Niedergang der globalen Nachfrage, aber auch unter dem Erstarken des Yen, was die Gewinne aus dem Export verringert. Toyota, die Nummer Eins in Japan, hatte schon im Dezember erklärt, der auch weltweit führende Autokonzern erwarte für das Geschäftsjahr 2008/2009 erstmals seit 70 Jahren einen operativen Verlust.

Mitsubishi-Präsident Osamu Masuko erklärte vor Journalisten, die Situation sei «viel schlechter als erwartet». Das in Tokio ansässige Unternehmen verzeichnete im vierten Quartal 2008 einen Verlust 17,6 Milliarden Yen (153,5 Millionen Euro), nach einem Gewinn von 27,3 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Der Umsatz sackte um 30 Prozent auf 444,1 Milliarden Yen.

Umsatz bis zu 40 Prozent eingebrochen

Mitsubishi reagiert mit einer Reihe von Notmassnahmen, um die Kosten zu senken. Das Unternehmen fährt die Produktion scharf zurück, kürzt die Gehälter seines Führungspersonals ab März um bis zu 40 Prozent und zieht sich von der Rallye Dakar und anderen Rallyes zurück. Zudem hat es den Bau einer Geländewagenfabrik in Russland zunächst aufgeschoben.

Mazda kam etwas besser davon, erwartet aber einen weiteren Rückgang des Geschäfts in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Im dritten Quartal seines Geschäftsjahres verzeichnete der in Hiroshima ansässige Autobauer ein Minus von 600 Millionen Yen (5,2 Millionen Euro) nach einem Gewinn von 15,9 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Der Umsatz brach um 40 Prozent auf 512,4 Milliarden Yen ein.

Nach operativen Zahlen leidet Mazda stärker unter dem Höhenflug des Yen als unter dem Rückgang des Absatzes: Die Yen-Stärke kostete den Angaben zufolge 42 Milliarden Yen vom Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, der Rückgang der Verkäufe dagegen schlug «nur» mit 34,1 Milliarden Yen zu Buche.

Toyota will seine Quartalszahlen am Freitag vorstellen, Nissan am Montag. An der Börse in Tokio legte Mitsubishi trotz der schlechten Zahlen um 2,6 Prozent zu, Mazda sogar um 4,4 Prozent. (dapd)

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