Umzug in Einsiedeln: Mitte-Chef rüffelt Nationalrat wegen Teilnahme an Fasnacht
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Umzug in EinsiedelnMitte-Chef rüffelt Nationalrat wegen Teilnahme an Fasnacht

Mitte-Politiker Alois Gmür hat trotz Corona-Pandemie an der Einsiedler Fasnacht teilgenommen. Von diesem Verhalten distanziert sich Parteipräsident Gerhard Pfister.

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Muss Kritik einstecken: Nationalrat Alois Gmür an der Fasnacht. (15. Februar 2021)

Muss Kritik einstecken: Nationalrat Alois Gmür an der Fasnacht. (15. Februar 2021)

Screenshot Video 20min
Am Montag wurde in Einsiedeln SZ Fasnacht gefeiert – rund 1000 Personen kamen zusammen.

Am Montag wurde in Einsiedeln SZ Fasnacht gefeiert – rund 1000 Personen kamen zusammen.

Cheyenne Wyss
Dabei musste die Polizei rund 100 Personen büssen. In der Politik wird das Verhalten der Polizei allerdings kritisiert. 

Dabei musste die Polizei rund 100 Personen büssen. In der Politik wird das Verhalten der Polizei allerdings kritisiert.

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Darum gehts

  • In Einsiedeln haben am Montagmorgen über 1000 Personen an einem Fasnachtsumzug teilgenommen.

  • Mitten unter ihnen Mitte-Nationalrat Alois Gmür.

  • Dafür erhält er nun von seinem Parteichef Gerhard Pfister einen Rüffel.

Mehr als 1000 Personen haben am Montagmorgen in Einsiedeln an einem Fasnachtsumzug teilgenommen. Viele trugen keine Masken, die Abstandsvorschriften wurden laut Augenzeugen oft missachtet, Alkohol floss reichlich.

Mitgefeiert hat auch Mitte-Nationalrat Alois Gmür. Der Bierbrauer macht geltend, in der Zentralschweiz lasse sich die Fasnacht nicht verbieten. Die Schweiz werde nicht untergehen, wenn Zuschauer die Abstände nicht einhielten. «Das ist ein Virus, das die Menschen auch befällt. Da muss man hingehen, mit oder ohne Corona-Pandemie», sagte Gmür in einem Video. «Es ist Virus gegen Virus, Fasnachtsvirus gegen Coronavirus. Ich hoffe, das Fasnachtsvirus siegt.»

20 Minuten

Verloren hat Gmür damit zumindest in seiner Partei. «Es ist seine persönliche Entscheidung und entspricht nicht der Haltung der Partei», sagt Mitte-Präsident Gerhard Pfister im «Tages-Anzeiger». Als Nationalrat sei Gmür eine öffentliche Person und habe eine gewisse Vorbildfunktion. «Das Verhalten von Alois Gmür entspricht nicht dem Verhalten, das man der Bevölkerung in Corona-Zeiten leider vorschreiben muss.»

Auch Mitte-Fraktionschefin Andrea Gmür tadelt in der Zeitung ihren Namensvetter: «Die Fasnacht ist eine Zeit, in der man vor überschäumender Freude manchmal den Geist ausschaltet – aber das soll nichts rechtfertigen. Alois Gmür muss selbst die Verantwortung für sein Verhalten übernehmen.»

(chk)

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