Argentinien: Ex-Präsidentin Kirchner wird Vizepräsidentin
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ArgentinienEx-Präsidentin Kirchner wird Vizepräsidentin

Alberto Fernández hat Teilergebnissen zufolge die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen. Eine Bekannte wird seine Stellvertreterin.

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ij/chk
Kehrt an die Macht zurück: Cristina Kirchner mit dem Oppositionskandidaten Alberto Fernández. (27. Oktober 2019)

Kehrt an die Macht zurück: Cristina Kirchner mit dem Oppositionskandidaten Alberto Fernández. (27. Oktober 2019)

Reuters/Agustin Marcarian

Der Oppositionskandidat Alberto Fernández hat die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen. Amtsinhaber Mauricio Macri gestand seine Niederlage am späten Sonntagabend ein.

Er habe Fernández gratuliert und zu einem Frühstück am Montag im Präsidentenpalast eingeladen, sagte der Konservative vor Anhängern in Buenos Aires. Er möchte damit eine geordnete Amtsübergabe vorbereiten, erklärte Macri. Zugleich kündigte er eine konstruktive Oppositionspolitik an.

Nach Auszählung in mehr als 90 Prozent der Wahllokale kam der Mitte-Links-Politiker Fernández nach Zahlen der Wahlbehörde auf knapp 48 Prozent der Stimmen. Macri lag bei etwas weniger als 41 Prozent.

Keine Stichwahl

Das Ergebnis fiel demnach etwas knapper aus, als es Umfragen hatten erwarten lassen. Da Fernández mehr als 45 Prozent der Stimmen erhielt, kommt es nicht zu einer Stichwahl. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 81 Prozent.

«Das ist ein grosser Tag für Argentinien», sagte Fernández am Wahlabend. Der 60-jährige Anwalt war gemeinsam mit der umstrittenen Ex-Präsidentin Cristina Kirchner angetreten, die sich für das Amt der Vize-Präsidentin bewarb.

Immunität schützt Ex-Präsidentin

Das aktuelle Wahlergebnis bedeutet somit, dass die direkte Vorgängerin Macris, Kirchner, als Vizepräsidentin in die Regierung zurückkehrt. Sie war von 2007 bis 2015 Präsidentin. Gegen sie laufen aber mehrere Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen.

Kirchner ist derzeit Senatorin und geniesst daher Immunität. Zuvor hatte ihr 2010 verstorbener Ehemann Néstor Kirchner das südamerikanische Land geführt.

Argentinien steckt erneut in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, obwohl der Internationale Währungsfonds (IWF) dem südamerikanischen Land im vergangenen Jahr einen Bereitschaftskredit von 57 Milliarden US-Dollar gewährt hatte. Die Inflationsrate liegt bei mehr als 50 Prozent. Die Landeswährung Peso wertete nach den Vorwahlen zum wiederholten Male stark ab. Viele Anleger fürchteten offenbar eine Rückkehr Kirchners an die Macht. Sie steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik und eine konfliktreiche Beziehung zum IWF. (ij/chk/sda)

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