Wegen defektem Studio : Mitte-Parteichef Gerhard Pfister bezeichnet SRF als «Saftladen»
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Wegen defektem Studio Mitte-Parteichef Gerhard Pfister bezeichnet SRF als «Saftladen»

Die Verzögerungen bei den neuen SRF-Studios kosten 10 Millionen Franken. Dies sorgt für rote Köpfe in der Politik. Mitte-Parteichef Gerhard Pfister attackiert die SRG auf Twitter.

von
Sven Forster
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Gerhard Pfister nennt das SRF einen Saftladen. 
Foto: 20min

Gerhard Pfister nennt das SRF einen Saftladen.
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20min
Grund dafür sind neue Studios, die seit fast zwei Jahren noch immer nicht funktionieren. 

Grund dafür sind neue Studios, die seit fast zwei Jahren noch immer nicht funktionieren.

TAMEDIA AG
Insgesamt kostet die Verzögerung knapp 10 Millionen Franken. 

Insgesamt kostet die Verzögerung knapp 10 Millionen Franken.

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Darum gehts

  • Gerhard Pfister attackiert das SRF auf Twitter.

  • Er bezeichnet das Unternehmen als «Saftladen».

  • Grund dafür sind Verzögerungen und zusätzliche Kosten bei den neuen Studios.

Im November 2019 sollten beim SRF im Leutschenbach neue Studios in Betrieb gesetzt werden. Das Schweizer Fernsehen setzt bei den neuen Studios auf eine Technologie, die kaum erprobt war und dies sorgte für Probleme. Noch immer funktionieren die Studios nicht. 30 Techniker wurden angestellt, um die Probleme in den Griff zu kriegen. Wie «CH-Media» schreibt, kostet das Studio-Debakel das SRF rund 10 Millionen Franken. Die Studios sollten ab Mitte 2021 einsatzbereit sein.

Mitte-Chef Gerhard Pfister ist darüber ganz und gar nicht erfreut. Auf Twitter schreibt der Nationalrat und Parteichef: «Wird Zeit, dass der Saftladen SRF von der Eidgenössischen Finanzkontrolle überprüft werden kann.» Georg Halter, ein SRF-Angestellter, antwortete auf den Tweet. Er kritisierte den Begriff Saftladen.

Die Antwort nimmt Pfister zum Anlass, um die Kritik auszuführen: «Ein Unternehmen, in dem sexuelle Übergriffe jahrelang toleriert wurden, wo man Bau- und IT-Kosten nicht im Griff hat, wo man Journalismus und Service Public abbaut, dafür Overhead ausbaut, und sich von niemandem kontrollieren lassen will ... Saftladen ist dafür noch nett.»

Kein Zusammenhang mit «SRF 2024»

Pfisters Parteikollege und Nationalrat Christian Lohr forderte bereits vor dem Studio-Debakel in einer Motion, dass die SRG zukünftig durch die eidgenössische Finanzkontrolle geprüft wird. Mehrere Politiker aller Richtungen haben diese bereits unterzeichnet.

Im Zuge des Studio-Debakels versichert das SRF, dass keine Gebührengelder eingesetzt wurden. Für die Investitionen wurden vor allem Mittel, die «durch die Rückgabe von Mietobjekten und den Verkauf nicht mehr benötigter Liegenschaften» gewonnen würden, genutzt. Es soll ausserdem keinen Zusammenhang mit dem «Transformationsprojekt SRF 2024» geben.

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